Sonntag, 19. November 2017

Zusammen mit Duisburg und Gelsenkirchen will die Stadt Dortmund verstärkt gegen organisierten Sozialmissbrauch vorgehen. Erste Erfolge wurden jetzt präsentiert.

Dortmund – Sie schließen einen Arbeitsvertrag, nur um sich wenig später krank zu melden und die Sozialkassen zu plündern. Scheinarbeit nennt man das Ganze. Der Arbeitsvertrag wird allein abgeschlossen, um gegen Krankheit abgesichert zu sein. Oft werden solche Verträge innerhalb von Familienmitgliedern vereinbart. Dortmund, Duisburg und Gelsenkirchen wollen jetzt verstärkt gegen solche Methoden vorgehen.

In Dortmund wurden jetzt mit Unterstützung von Ordnungsamt und Polizei unter anderem insgesamt 27 Wohnungen und 17 Bedarfsgemeinschaften überprüft. Die Stadt will gegen den Sozialmissbrauch massiv vorgehen. Sie setzt auf Aktionen zusammen mit Jobcenter und Zoll.

Probleme mit kriminellen Banden

Genauso wie Dortmund, haben Gelsenkirchen und Duisburg Probleme mit Menschen, die aus Südost-Europa zugewandert sind. Einige wenige von ihnen haben sich auf den organisierten Sozialmissbrauch spezialisiert. “Darin verstrickt sind Menschen, die Arbeit suchen, ebenso wie Arbeitgeber und Vermieter – vornehmlich von sogenannten Problemimmobilien”, sagt Dortmunds Sozialdezernentin Birgit Zoerner.

Die Stadt verfolgt beim Thema Zuwanderung aus Süd-Ost-Europa ein Zwei-Säulen-Modell: Hilfe und Repression. Einerseits will sie Kriminellen das Handwerk legen. Andererseits helfen, wo Menschen Perspektiven suchen. Zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt.

Bei den Schwerpunktkontrollen ging es jetzt in erster Linie um die Repression. Das Ergebnis: In 8 von 34 durchsuchten Wohnungen konnte die Stadt Fälle von Scheinarbeit feststellen. In vier Fällen gab es Ungereimtheiten was den Aufenthaltsstatus und die Anzahl der Personen im Haushalt angeht.

„Diese Ergebnisse bewerten wir als Erfolg“, so Birgit Zoerner. „Sie helfen uns, diejenigen zu identifizieren, die von der EU-Freizügigkeit mit unlauteren Methoden profitieren wollen.“

Kommentare

Anzeige