Samstag, 26. Mai 2018

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) musste Anfang April 51 Schulbegleitern kündigen, weil das Geld von Stadt und Jobcenter nicht reichte. Schuldezernentin Daniela Schneckenburger diskutierte am Mittwoch (16. Mai) bei einer Protestaktion vor dem Rathaus mit Eltern, Begleitern und Lehrern.

Der Vorwurf an die Stadtspitze ist hart: Weil die Stadt klamme Kassen hat, kann die Arbeiterwohlfahrt (Awo) das Gehalt für 51 Schulbegleiter nicht mehr bezahlen. Leidtragende seien die betroffenen Schüler sowie die Lehrer und Begleiter, schreibt der Elternverein in einer Protestankündigung. In einem Appell bemängelten die Eltern Ende April zudem fehlende Unterstützung der Kommunen durch Bund und Land.


Schulbegleiter helfen körperlich oder geistig behinderten Kindern dabei, sich im Schulalltag zurechtzufinden. Die Langzeitarbeitslosen sind qualifiziert und sollen mit ihrer Arbeit auch die Lehrer entlasten.

Weil die Begleiter nach Tarif bezahlt werden und die Stadt einen geringeren Stundensatz zahlt, musste jedoch das Jobcenter einspringen. Schulbegleiter arbeiten 25 Stunden in der Woche und bekommen dafür 1680 Euro.

Bei dem Protest vor dem Rathaus hielten Schüler unter anderem Schilder mit der Aufschrift „Unsere Schulbegleiter sollen bleiben“ hoch. Auf dem Weg zur Sitzung des Schulausschusses kam auch die zuständige Dezernentin Daniela Schneckenburger an dem Protest vorbei. Sie konnte nicht alle Vorwürfe der Betroffenen verstehen.

Stadt zahlt ihren Beitrag

Dass die Stadt die Zahlung eingestellt habe, sei nicht richtig, sagte sie. „Wir zahlen immer das gleiche Geld an die Awo. Und das ist nicht gerade wenig“, sagte Schneckenburger. Bei den Betreuerstellen handele es sich um eine Wiedereingliederungsmaßnahme des Jobcenters, das ebenfalls an die Awo zahlen müsse. Die Kassen des Jobcenters seien jedoch leer gewesen.

Sie riet den Betreuern, sich mit dem Arbeitgeber zusammenzusetzen. Eine schnelle Lösung stellte sie jedoch nicht in Aussicht. Klar sei aber: „So, wie es jetzt läuft, ist es für alle Beteiligten nicht gut“, sagte die Schuldezernentin. Sie kritisierte das System als „schrecklich schlecht“.

Hintergrund:

Anfang April hatte die Awo 51 Schulbegleitern gekündigt, weil das Geld nicht reichte. Ihre Verträge laufen nach Angaben der Stadteltern Dortmund am 30. Mai (Mittwoch) aus.

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