Sonntag, 24. Juni 2018

Rugby – das kennen die Deutschen vor allem aus dem Ausland. Spielen tut es allerdings kaum einer. Was genau steckt hinter der Sportart aus England? Seit knapp zehn Jahren wird auch in Dortmund gespielt. Wir haben uns beim RFC Dortmund umgehört.

Der „Rugby Football Club“ (RFC) aus Dortmund ist an der Mendesportanlage im Fredenbaumpark zuhause. Zweimal in der Woche wird dort fleißig auf Asche oder Rasen trainiert. Knapp 100 Mitglieder hat der Verein, der aus einer Herren- und einer Damenmannschaft besteht. Die Herrenmannschaft spielt aktuell in der Regionalliga, während die Damenmannschaft in der sogenannten Deutschen 7er Liga Frauen – West spielt.


Der RFC Dortmund trägt seine Spiele am Mendesportplatz im Fredenbaumpark aus.

Wie kommt man in dieser so fußballverrückten Stadt wie Dortmund zum Rugby? Jana Böttcher, 1. Vorsitzende des Vereins, meint, dass der erste Schritt der schwierigste sei. Bei vielen Vereinsmitgliedern hat der Zufall eine große Rolle gespielt: „Oftmals wird man einfach von Freunden mit zum Training genommen und entdeckt dann den Sport für sich. Du findest schnell heraus, ob Rugby etwas für dich ist oder nicht.“

Beim RFC, so heißt es, wird jeder gut aufgenommen. Und viele, die einmal da gewesen sind,  bleiben in der Regel dabei. Besonders ist auch die Tatsache, dass viele Auslandsstudenten den Weg zum RFC finden:“Wir haben immer wieder Studenten aus England, Irland oder anderen Ländern, die bei uns mitmachen.“ Der Kontakt scheint dabei nie abzureißen: „Bald besuchen wir als gesamte Mannschaft eine ehemalige Mitspielerin in Italien.“

Dortmunder Verein mit großem Teamgeist

Der Zusammenhalt wird beim RFC Dortmund großgeschrieben. Einzigartig ist, dass sich Männer- und Frauenteam gegenseitig unterstützen. Die Trainingszeiten beider Mannschaften sind parallel und so „kommt es auch mal vor, dass bei zu vielen Ausfällen zusammen trainiert wird.“ Die Werte des Vereins wie Respekt, Disziplin und Integration hat jeder verinnerlicht. „Auf dem Feld muss sich jeder auf den anderen verlassen können. Auch die Kommunikation ist sehr wichtig.“

Beim Rugby ist, anders als beim American Football, wenig Equipment nötig.

Vollkontaktsport mit Schutzregeln

Wer an Rugby denkt, denkt schnell an Brutalität und Verletzungen. Dieses Bild entspricht nicht ganz der Wahrheit, versichert Jana Böttcher:“Rugby ist schon ein Vollkontaktsport. Aber ein fairer mit zahlreichen Schutzregeln. Wir dürfen nicht einfach machen, was wir wollen.“ Auch das Niederringen des Gegners ist harmloser als es aussieht:“Es ist ein kontrolliertes Zu-Boden-Bringen, was im Training mehrere Hundert Male vorher geübt wird. Außerdem federt der Rasen viel ab.“ Es gibt nicht mehr Verletzungen als bei anderen Sportarten wie Fuß- oder Handball. „Typische Rugbyprobleme sind Prellungen und blaue Flecken.“

Rugby ist ein Sport für Jedermann

Beim RFC Dortmund sind alle Menschen willkommen. „Mitspielen kann eigentlich jeder der Lust hat, offen ist und sich was zutraut.“ Ob jung oder alt, ob dick oder dünn, ob schnell oder langsam – ganz egal. Auch für die Jugend werden aktuell viele Spielerinnen und Spieler gesucht. Wer also auf der Suche nach einem Sportverein ist, sollte mal über Rugby und den RFC Dortmund nachdenken.

Wie wird Rugby gespielt?

Rugby wird mit der Hand und dem Fuß gespielt. Das Spielfeld hat die Maße 60 mal 100 Meter, also ungefähr so groß wie ein Fußballfeld. Das Spiel dauert 80 Minuten und ist in zwei Halbzeiten zu je 40 Minuten unterteilt. Ziel des Spiels ist es mehr Punkte als das gegnerische Team zu sammeln.

Wie erzielt man Punkte?

Punkte lassen sich auf drei Arten erzielen:

  1. Versuch: Es gibt fünf Punkte, wenn es gelingt den Ball in das gegnerische Malfeld zu legen. Das Malfeld ist ein Bereich in der Nähe des Tores. Das legen in das Malfeld ist vergleichbar mit einem Torschuss im Fußball, beim Rugby heißt dies “Versuch“.
  2. Erhöhung: Nach einem erfolgreichen Versuch gibt es die Möglichkeit der „Erhöhung“. Bei der Erhöhung wird der Ball (wie im Fußball) auf das Tor geschossen. Fliegt der Ball zwischen den Torstangen hindurch (es gibt beim Rugby Tor keine Latte), dann hat die Erhöhung stattgefunden und wird mit zwei weiteren Punkten belohnt.
  3. Drop-Kick: Wer es schafft aus dem Spiel heraus per Drop-Kick in das Tor zu schießen, wird mit drei Punkten belohnt.

Mehr zum Thema Rugby findet ihr hier: http://www.rugbyverband-nrw.de/

Kommentare

ANZEIGE