Sonntag, 20. August 2017

Der Rohbau steht: Im Herbst soll der neue Sitz der Bergmann Brauerei in Phoenix-West eröffnen. Beim Richtfest gab es einen emotionalen Moment.

Dortmund – Wie stabil die Flaschen der Bergmann Brauerei sind, erlebten die Gäste am Freitagmittag (24. März) beim Richtfest des Neubaus in Hörde. Erst mit mehreren Hieben gelang es dem Handwerker, das Gefäß nach dem Richtspruch zu zerschlagen. Sollte das ein schlechtes Omen für die Brauerei sein, wird sie es wohl verkraften können.

Nach Verzögerungen in der Planung läuft derzeit alles nach Plan. Im Herbst soll der neue, rund 2.200 Quadratmeter große Firmensitz inklusive Biergarten im Areal Phoenix-West eröffnet werden.

Erstes Ziel bereits erreicht

Thomas Raphael, Inhaber der Bergmann Gruppe, dankte zunächst allen, die das Projekt vorangebracht haben. Dazu gehören auch die sechs festangestellten Mitarbeiter sowie 15 Aushilfen.

Gemeinsam mit ihnen habe er sein erstes Ziel bereits erreicht: Ein Prozent des Dortmunder Biermarkts zu erobern. Raphael erläuterte auch, warum die Marke so gut zum Ruhrgebiet passt: „Dass in den letzten zehn Jahren Leute einfach mal mit angepackt haben, das ist charakteristisch für Dortmund und das Ruhrgebiet.“

Erinnerungen an die Anfänge

Daran, wie es damals mit der Bergmann Brauerei zu Ende ging, erinnerte sich in einer sehr persönlichen Rede Theo Sobkowiak. Der ehemalige Mitarbeiter denkt an den Abriss der Brauerei Anfang der 70er-Jahre: „Das war ein sehr trauriger Moment“. Als Raphael in 2005 anrief und ihm erklärte, er wolle die Brauerei wieder aufleben lassen, habe er es kaum glauben können.  „Das ist wie eine Art Auferstehung“, sagte Sobkowiak sichtlich erfreut.

Richtfest Bergmann-Brauerei Hörde
Bauunternehmer Stefan Rundholz (von links), Oberbürgermeister Ullrich Sierau sowie Herbert Prigge und Thomas Raphael, Geschäftsführer der Bergmann Brauerei, beim Richtfest.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau nannte den Standort Phoenix-West einen „stolzen Standort“. Das Gelände stehe für den Strukturwandel in Dortmund und der Region. Nach erheblichen Einbußen in den Brauerei-Standorten sei es etwas Besonderes, dass nun eine neue Brauerei im ältesten Wirtschaftszweig der Stadt eröffnet. Architekt Georg von Estorff sagte, der fertige Bau solle „den Charme des Einfachen, des Soliden“ haben. Dazu wird auch die mehr als 200 Quadratmeter große Stehbierhalle gehören.

Eröffnung erst im Herbst

Ausschlaggebend für die Wahl des Standorts sei das Industrie-Areal Phoenix-West gewesen. Inhaber Raphael kennt es noch aus der Jugend, als in der Nähe zur Schule ging. „Das Grundstück ist klein, dreieckig und es wollte kein anderer haben“, sagte er mit einem Augenzwinkern, „aber es passt zu uns“.

Mit der Schlüsselübergabe rechnet er Mitte Mai. Erst dann könne man die Schanklizenz beantragen, was vermutlich weitere drei Monate dauern werde. Damit verpasst die Brauerei jedoch das Sommergeschäft.

Weitere Expansion geplant

Obwohl das weitläufige Areal noch in der Entwicklung ist, macht sich der Brauerei-Chef um Laufkundschaft keine Sorgen: „Wir haben jetzt schon Anfragen für Besichtigungen“, sagt er.

Zudem rechnet er durch die Fahrradstrecke und die benachbarte Phoenix-Halle zukünftig mit vielen Besuchern. Für die Innenstadt plant Raphael zudem weitere Verkaufsstände nach dem Vorbild des Bergmann-Kiosk am Hohen Wall.

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