Dienstag, 19. Juni 2018

Ein süßer Geruch liegt in der Luft: Apfel, Wassermelone, Kirsche oder Granatapfel – der Duft des Verbotenen? Denn ganz legal arbeiten die meisten Shisha-Bars in Dortmund nicht. Wir erklären, warum das Rauchverbot auch Shisha-Cafés betrifft.

Warum haben Shisha-Cafés oft einen etwas zwielichtigen Ruf? Jüngste Kontrollen zeigen: Das Vorurteil, dass in vielen Shisha-Bars krumme Geschäfte gemacht werden, ist nicht ganz unbegründet. Erst vor einer Woche hat das Dortmunder Ordnungsamt zusammen mit der Polizei wieder Gesetzesverstöße in den hippen Bars festgestellt. Unversteuerter Tabak, unerlaubter Alkoholausschank und: Verstöße gegen das Rauchverbot in Lokalen. Wegen den Shishas!

Rauchverbot betrifft auch Shisha-Tabak


Aber wie kann es sein, dass in einer Shisha-Bar Shisha rauchen verboten ist? Die Stadt Dortmund hat das Problem näher erläutert: „Viele Shisha-Bars verstoßen durch die Verwendung von Tabak gegen das Gesetz. Da gibt es dann eine doppelte Problematik: Einmal ist der Tabak häufig unversteuert. Zweitens ist Tabak in Shishas auf Grund des Nichtraucherschutzgesetzes so oder so nicht erlaubt. In Gaststätten darf nämlich nicht geraucht werden.“

Die legale Alternative: Shiazo- bzw. Dampfsteine oder getrocknete Früchte können in Shisha-Bars problemlos verwendet werden. Die Realität sieht aber oft anders aus. Laut Angaben der Stadt Dortmund liegt die Beanstandungsquote in Bezug auf Tabak während der Kontrollen bei fast 100 Prozent. Shiazo-Steine und getrocknete Früchte werden also kaum oder nur vereinzelt von Shisha-Rauchern nachgefragt.

Achtung, giftiges Kohlenmonoxid! Shish-Pfeifen werden mit Kohle betrieben, deshalb muss für frische Luft im Zimmer gesorgt werden! Foto: Feuerwehr Dortmund
Shisha ohne Tabak: Viele Shisha-Raucher haben da keinen Bock drauf. Foto: Feuerwehr Dortmund

Die Dortmunder Konkurrenz ist hart

Insider Tarek Hammed weiß, dass viele Shisha-Bars auf Kriegsfuß mit der Stadt stehen. Der ehemalige Besitzer des 5Rooms, einer Shisha- und Cocktailbar im Kaiserstraßenviertel, hat sein Lokal letztes Jahr verkauft. „Bei den Kontrollen kommen die Beamten und nehmen alles mit. Da gibt es dann ziemlich hohe Bußgelder. Das macht das Geschäft vollkommen kaputt.“, sagt Hammed. Er konnte sich am Ende mit dem 5Rooms nicht mehr über Wasser halten.

Dampfsteine als Alternative funktionieren in der Praxis laut Hammed nicht. „Die Leute haben keinen Bock auf Dampfsteine, die wollen Tabak. Das schmeckt einfach besser.“ Und die Konkurrenz ist hart in Dortmund: „In der Stadt gibt es so viele Shisha-Bars, da geht einem die Kundschaft flöten. Die Leute gehen dann eben dorthin, wo es Tabak gibt. Irgendeine Bar hat immer was da.“, erzählt Hammed.

Dass Shisha-Rauchen irgendwann ganz verboten wird, glaubt er nicht: „Wenn man alle Shisha-Bars zumachen müsste, wäre das ein viel größerer Schaden. So viele Leute wären arbeitslos und eine Menge Lokale würden leer stehen. Das will ja auch keiner.“ In Dortmund ist es laut Hammed als Besitzer einer Shisha-Bar trotzdem schwerer als in anderen Städten. „Ich glaube, Dortmund ist da mit am strengsten was das Nichtraucherschutzgesetz angeht.“

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