Donnerstag, 14. Dezember 2017

Eigentlich wolltet er eine Pegida-Demo in Dortmund anmelden. Doch beim Vorgespräch im Polizeipräsidium buchtete die Polizei einen Mann aus Duisburg kurzerhand ein. Der Grund: Der 36-Jährige wurde wegen einer ganzen Reihe an Straftaten gesucht.

Gegen den Mann lag wegen des Verdachts zahlreicher Straftaten ein Untersuchungshaftbefehl des Amtsgerichtes Duisburg vor. Unter anderem ist der Duisburger wegen Hausfriedensbruch, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Androhung von Straftaten, Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz im Zusammenhang mit Fußballspielen, Körperverletzung, Beleidigung und weiterer Delikte polizeilich in Erscheinung getreten und bereits mehrfach vorbestraft.

In insgesamt 278 Fällen in der Zeit vom 5. Februar bis zum 23. Oktober dieses Jahres kommt er als Tatverdächtiger für eben solche Delikte in Betracht, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Der Mann sei mehrfach als Organisator von Versammlungen der Pegida in Erscheinung getreten.

Keine Falle der Polizei

Polizeibeamte nahmen ihn direkt vor dem vereinbarten Vorgespräch zur Demo im Polizeipräsidium fest. Eine Sprecherin der Polizei sagte gegenüber Dortmund24, dass dem Mann aber keine Falle gestellt worden sei und das Vorgespräch kein Vorwand gewesen sei, um den Duisburger festzunehmen. Man habe erst kurzfristig erfahren, dass der Mann gesucht werde.

Nach seiner Verhaftung wurde der Mann in das Polizeigewahrsam gebracht und soll noch am Donnerstag (30. November) nach Duisburg überstellt werden.

Das Kooperationsgespräch für die am Montag in Dortmund angemeldete Pegida-Versammlung führte die Polizei nach der Festnahme nicht mehr durch. Der Versammlungsanmelder hatte bis Donnerstagvormittag um 10 Uhr Zeit, eine geeignete Person als Organisator sowie als Leiter für die Versammlung am Montag (4. Dezember) zu benennen.

Mittlerweile wurde dem Polizeipräsidium Dortmund mitgeteilt, dass die geplante Versammlung am kommenden Montag aus organisatorischen und personellen Gründen abgesagt ist.

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