Sonntag, 19. November 2017

Wenn ihr eine Solaranlage auf euer Dach bauen möchtet, solltet ihr euch erst einmal informieren, ob sich die Anschaffung überhaupt lohnen würde. In Dortmund geht das jetzt ganz einfach. Auf der Seite der Stadt Dortmund gibt es seit Kurzem ein neues Tool namens “Solarkataster”. Das zeigt euch, ob euer Dach für eine Solaranlage geeignet ist, und hilft euch sogar bei der Wahl der Größe und Art der Anlage.

Wenn ihr euch nur informieren wollt, ob das Dach eures Hauses für eine Solaranlage geeignet wäre, kostet euch das nur eine Minute. Auf der Seite des Solarkatasters müsst ihr eure Adresse eingeben und erhaltet mit bunten Farben angezeigt, wie geeignet das Dach für eine Photovoltaik- oder Solarthermieanlage ist. Grün heißt potenziell gut geeignet, Gelb geeignet, Orange bedingt geeignet. Leuchtet ein Dach hingegen rot, ist es nicht für eine Solaranlage brauchbar.

Mit Solarthermieanlagen könnt ihr Wärme aus der Sonnenenergie gewinnen. Die Wärme könnt ihr für warmes Wasser und zum Heizen nutzen. Photovoltaikanlagen erzeugen aus Sonnenenergie Strom, den ihr im Haushalt nutzen könnt. Es ist jedoch auch möglich, den Strom zu verkaufen.

Wir haben die Adresse der Dortmund24-Redaktion eingegeben und gesehen, dass das Dach des Hauses Gelb eingefärbt und damit bedingt für Solar geeignet ist. Viele umliegenden Häuser in der Innenstadt sind jedoch grün. Da würde sich eine Anlage mehr lohnen.

So sieht die Karte für die Umgebung des Dortmund24-Redaktionsbüros aus. Quelle: Solarkataster

Würdet ihr mit einer Solaranlage Geld sparen?

Wenn ihr eure Adresse eingegeben habt, könnt ihr im Solarkataster noch auf den Button “Anlage konfigurieren” klicken. Es öffnet sich eine neue Seite, auf der ihr mit einigen Angaben eure eigene Photovoltaik- oder Solarthermieanlage kalkulieren könnt. Ihr müsst zum Beispiel eingeben, ob das Gebäude privat oder geschäftlich genutzt wird, wie hoch euer Energiebedarf ist, wie hoch euer Eigenkapital ist und ob ihr einen Energiespeicher nutzen wollt.

Das sind zwar einige Angaben, aber dafür liefert euch der Rechner passgenaue Ergebnisse. Ihr könnt sehen, wie hoch der Solarenergieertrag und damit das Einsparpotenzial mit einer entsprechenden Anlage wären. Außerdem wird euch angegeben, wie lange es brauchen würde, bis sich die Baukosten amortisieren würden. Die kalkulierten Daten könnt ihr euch als PDF ausgeben lassen und sie zum Beispiel bei einem Gespräch mit einem Fachberater vorlegen.

Dortmund hat großes Solar-Potenzial

Wie die Stadt Dortmund auf ihrer Webseite angibt, haben Dortmunder Dächer “ein enormes Klimaschutz-Potenzial”. Rund 77 Prozent aller Dachflächen in Dortmund eignen sich für die Errichtung einer Solaranlage. Mit einer möglichen Dachfläche von circa 19 Millionen Quadratmetern von gut geeignete Dächern könnte pro Jahr ein Stromertrag von insgesamt 950 Gigawattstunden erbracht werden. Damit könnte man jährlich 500.000 Tonnen CO2 einsparen. Anders gesagt: Würde man das gesamte Potenzial aller geeigneten Dachflächen in Dortmund nutzen, könnte rund 40 Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Dortmund emissionsfrei produziert und die CO2-Emissionen jedes einzelnen Bürgers um knapp eine Tonne pro Jahr reduziert werden.

Woher kommen die Daten?

Die Grundlage des vorliegenden Solarkatasters bildet das sogenannte Airborne Laserscan-Verfahren (ALS). Die aus der Luft erhobenen Daten fließen in das digitale Modell der Region und ergeben ein detailreiches Solarkataster. In die Berechnung des energetischen Potenzials der Dachflächen fließen die Dachflächengröße sowie -ausrichtung, seine Neigung, mögliche Verschattung und die durchschnittliche Sonneneinstrahlung. Die Daten für das aktuelle Solardachkataster stellen der Regionalverband Ruhr, das Geonetzwerk metropoleRuhr und das Land NRW zur Verfügung. Die tetraeder.solar GmbH ist ein weiterer Projektpartner.

Wenn ihr euch grundlegend informieren wollt, könnt ihr auch ein Erstgespräch beim städtischen Energieberater Joachim Müller vereinbaren, der im Dienstleistungszentrum für Energieeffizienz und Klimaschutz (dlze) unabhängig Auskunft gibt. Er kann die Ergebnisse
der Potenzialanalyse prüfen und über Fördermöglichkeiten informieren.

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