Donnerstag, 14. Dezember 2017

Nacht für Nacht kontrolliert das DB-Werk in Dortmund die Fernverkehrszüge. Aber nicht nur Großbauteile werden ausgetauscht, sondern auch kleine Geräte wie Kaffeemaschinen, Steckdosen oder Leuchten.

Wenn ein Zug durch das Tor des Dortmunder ICE-Werks rollt, sind die Mitarbeiter schon bereit für ihren Einsatz. “Nachts geht die Arbeit für uns richtig los”, weiß Werkleiter Volker Poppelreuter. “Unsere Nachtschicht beschäftigt sich durchschnittlich mit insgesamt 25 Zügen. Dazu zählen fast alle Baureihen des ICE, IC und EC.”

Und die Zeit drängt bei jeder Nachtschicht: Schließlich müssen die Züge am nächsten Tag wieder pünktlich an ihrem Abfahrtsbahnhof stehen. Bahnfahrer wollen eine sichere und komfortable Reise antreten. Damit das klappt, nimmt die die Belegschaft die Züge genau unter die Lupe. Bremsen, Kupplungen und Fensterscheiben werden überprüft, unter Umständen müssen sogar ganze Drehgestelle oder Motoren ausgetauscht werden.

Ein ICE steht am 27.07.2017 in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) in einer Werkhalle. Insgesamt fünf Arbeitsstände auf fünf Gleisen stehen im Dortmunder ICE-Werk für die Instandhaltung zur Verfügung. Jede Nacht arbeiten durchschnittlich 91 Mitarbeiter in der Werkstatt und überprüfen Bremsen, Kupplungen, Fensterscheiben und reparieren Kaffeemaschinen, Steckdosen oder Lampen. Foto: Marcel Kusch/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Ein Mitarbeiter arbeitet in einer Werkhalle an einem ICE. Foto: Marcel Kusch/dpa

91 Mitarbeiter arbeiten jede Nacht in der Werkstatt

“Unser Anspruch ist eine durchgehend fehlerfreie und pünktliche Bereitstellung aller Züge”, sagt Poppelreuter. Die Bahn will im Sinne der DB-Qualitätsoffensive “Zukunft Bahn” die nächtlichen Standzeiten der Züge deutlich verkürzen. Fernverkehrszüge werden künftig schneller in Werke gebracht, die freie Reparaturkapazitäten haben. Ziel sei ein “erheblich optimiertes Erscheinungsbild der DB-Zugflotte im Fernverkehr”, heißt es in einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn.


Insgesamt stehen im Dortmunder ICE-Werk fünf Arbeitsstände auf fünf Gleisen für die Instandhaltung zur Verfügung. Jede Nacht arbeiten durchschnittlich 91 Mitarbeiter in der Werkstatt, tagsüber sind es mit durchschnittlich 43 Mitarbeitern deutlich weniger, da die meisten Züge auf dem Schienennetz unterwegs sind. Jede Nacht wird aus der Werkstatt die Antriebsleistung (80.000 KW) von circa 1.000 Autos für den nächsten Morgen bereitgestellt.

Ein ICE steht am 27.07.2017 in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) in einer Werkhalle. Insgesamt fünf Arbeitsstände auf fünf Gleisen stehen im Dortmunder ICE-Werk für die Instandhaltung zur Verfügung. Jede Nacht arbeiten durchschnittlich 91 Mitarbeiter in der Werkstatt und überprüfen Bremsen, Kupplungen, Fensterscheiben und reparieren Kaffeemaschinen, Steckdosen oder Lampen. Foto: Marcel Kusch/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Ein ICE steht in einer Werkhalle. Foto: Marcel Kusch/dpa

Wartung und Reinigung

Für eine bequeme Reise sind vorab aber auch viele scheinbar kleine Handgriffe nötig. So werden Kaffeemaschinen, Steckdosen und Leuchten bei Bedarf ausgetauscht. Damit Reisende im Internet surfen können, kontrollieren Mitarbeiter auch das WLAN.

Nach der Wartung geht es für die Züge dann noch in die sogenannte Außenreinigungsanlage. Im Winter steht hier auch eine Enteisungsanlage zur Verfügung, die die Züge von Schnee und Eis befreien kann. In den heißen Sommermonaten gehören Klimaanlagen auf die Checkliste.

Ein ICE steht am 27.07.2017 in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) in einer Werkhalle. Insgesamt fünf Arbeitsstände auf fünf Gleisen stehen im Dortmunder ICE-Werk für die Instandhaltung zur Verfügung. Jede Nacht arbeiten durchschnittlich 91 Mitarbeiter in der Werkstatt und überprüfen Bremsen, Kupplungen, Fensterscheiben und reparieren Kaffeemaschinen, Steckdosen oder Lampen. Foto: Marcel Kusch/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Ein ICE steht in einer Werkhalle. Foto: Marcel Kusch/dpa

Info: Im ersten Halbjahr 2017 sind mehr als 68 Millionen Fahrgäste mit den Fernverkehrszügen der DB gefahren – mehr als je zuvor in einem ersten Halbjahr.

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