Donnerstag, 19. Oktober 2017

Einige Städte reagieren mit Sicherheitsmaßnahmen auf den Terroranschlag in Barcelona (17. August). In Münster sollen versenkbare Stahlpöller installiert werden, in Duisburg sollen Wassertanks Sicherheit bringen. Wie wird in Dortmund reagiert?

“Bei uns wird Sicherheit großgeschrieben”, betont Oberbürgermeister Ullrich Sierau bei der Sitzung des Verwaltungsvorstands. Vor jeder Veranstaltung würde deswegen auch an einem Sicherheitskonzept gearbeitet, vor allem, wenn es sich um Großveranstaltungen wie den Weihnachtsmarkt oder den Pokal-Korso handelt. Wenn Terroranschläge wie in Berlin am Breitscheidplatz (19. Dezember 2016) oder jüngst in Barcelona passieren, dann muss sich Dortmund fragen: Was bedeutet das für uns?

Oberbürgermeister Sierau wünscht sich mehr Unterstützung von NRW-Innenminister Herbert Reul, der laut Sierau lediglich darauf verweise, dass Sicherheit Sache der Kommunen und der Polizei sei. Den Einsatz von Wassertanks hält Sierau für Aktionismus: “Wir wollen nicht in Hysterie ausbrechen. Wir haben mit der Polizei über mögliche Sicherheitsmaßnahmen und die Situation in Dortmund geredet und werden Tag für Tag neu bewerten, was nötig ist und was nicht”.

Keine konkrete Gefahr für Dortmund

In Dortmund finden besonders am Wochenende Festivals und andere Großveranstaltungen statt. Am nächsten Wochenende (25.-27. August) findet beispielsweise das Micro-Festival statt. Dafür werden dieses Jahr “dosierte Sicherheitsvorkehrungen erlassen”, so Sierau. Am Freitagnachmittag (18. August) haben sich Polizei und Stadt zusammengesetzt und die Situation bewertet. Daraus ging hervor, dass eine “abstrakt hohe Gefahr” herrscht. Das heißt aber nicht, dass das für Dortmund gilt, sondern ist derzeit in allen Städten der Fall. Da für Dortmund aber keine “konkrete Gefahr” besteht, werden auch keine weiteren Maßnahmen durchgeführt, die zur Verunsicherung der Bewohner führen könnte.

Wenn sich die Situation für Dortmund ändert, also die Polizei doch eine “konkrete” Gefahr sieht, dann werden die Sicherheitsvorkehrungen noch erhöht. Das Tiefbauamt und die Feuerwehr sind besonders sensibilisiert und sorgen, wenn nötig, für Sicherheit, beispielsweise durch Barrieren. Stadträtin Diane Jägers erklärt, dass seit dem Attentat in Berlin untersucht wird, ob eine konkrete Terrorgefahr vorliegt: “Derzeit gibt es aber keine Anhaltspunkte für eine Konkretisierung”, sagt Jägers. Dennoch seien besonders Weihnachtsmärkte ein mögliches Angriffsziel. Im letzten Jahr wurde deswegen unter anderem die Polizeipräsenz auf den Märkten erhöht.

Sicherheitsvorkehrungen

Wassertanks wie in Duisburg sollen in Dortmund nicht aufgestellt werden. Die Stadt soll nicht abgeriegelt werden. Schließlich kann eine Abriegelung von Zufahrtsstraßen auch eine Abriegelung von Rettungswegen bedeuten und die sollen nicht blockiert werden. Was untersucht werden muss, ist, ob sich mobile Poller eignen. Doch auch hier wird darüber beraten, ob sie wirklich nötig sind.

Das Beispiel Barcelona hat gezeigt, dass man sich kaum auf Terroranschläge vorbereiten kann. “Denn wer die Stadt verbarrikadiert, ist nicht geschützt vor Messerstechereien. Nicht jeder Gefahrenschutz hilft. Dadurch kann auch eine Scheinsicherheit suggeriert und Verunsicherung produziert werden”, sagt Diane Jägers. Eine konkrete Gefahr besteht in Dortmund demnach weiterhin nicht. Aber: Auch wenn Sicherheitsvorkehrungen für die Besucher eines Konzerts oder Festivals nicht immer sichtbar sind, sind sie dennoch vorhanden.

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