Dienstag, 22. Mai 2018

Der PCB-Skandal im Dortmunder Hafen sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Die Firma Envio hatte bei der Reinigung und Aufbereitung von PCB-haltigen Transformatorenteilen geschlampt. Grenzwerte wurden um ein vielfaches überschritten. Dabei ist PCB wie man seit einigen Jahrzehnten weiß giftig und krebserregend. Die Sanierung des kontaminierten Geländes im Hafen soll in diesem Jahr endlich abgeschlossen werden.

Die ersten Sanierungsschritte hatten bereits 2010 begonnen – zunächst noch durch die Firma Envio selbst, nachdem die Envio Recycling GmbH im selben Jahr Insolvenz anmeldete, durch die Stadt Dortmund. Als Sofortmaßnahme sei zuerst die kontaminierte obere Bodenschicht der unversiegelten Freiflächen abgetragen und entsorgt worden, teilte die Stadt Dortmund mit.


In den meisten Bereichen hätten dabei nur 10 bis 15 Zentimeter Boden abgetragen werden müssen. Eine Fläche von etwa einem Quadratkilometer mit weitgehend geringen Restbelastungen sei staubdicht abgedeckt worden.

So geht die Sanierung nun weiter

In den nächsten Sanierungsschritten sollen hier Schotter und Boden 30 Zentimeter tief entfernt und entsorgt werden. Der ganze Prozess werde, wie die Stadt Dortmund mitteilte, von einem Gutachter begleitet. Außerdem würden Schutzmaßnahmen gegen möglichen PCB-haltigen Staub ergriffen. Die Stellen sollen dann im Anschluss mit Naturstein-Schotter wieder aufgefüllt werden. Diese Arbeiten sollen bereits bis Ende Februar abgeschlossen sein.

Ab April soll dann der letzte Schritt der Sanierung des Geländes beginnen: Der Abriss der Hallen 1 und 2 sowie die Sanierung der befestigten Flächen auf dem Gelände.

Das hat die Stadt mit dem Hafen vor

So könnte es in Zukunft an der Speicherstraße am Hafen aussehen. Grafik: Gerber Architekten GmbH

Die Stadt Dortmund will den Hafen in den kommenden Jahren nicht nur vom PCB, sondern auch vom vergifteten Image befreien. An der Speicherstraße, auf der anderen Seite des Hafenbeckens soll eine Art Flaniermeile entstehen. Die Neugestaltung des Hafenquartiers soll für viel frischen Wind sorgen.

In einem bislang noch recht schmuddeligen und baufällig aussehenden Backsteinhaus in der Speicherstraße soll schon bis 2020 der „Heimathafen“, ein Integrationszentrum, entstehen.

So hat unser Reporter das Hafenquartier erlebt.

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