Sonntag, 19. November 2017

Welcher Fan des BVB ist noch nicht über sie gegangen: die Brücke über die B1 am Ende der Lindemannstraße. Ihre etwa 70-jährige Ära ist aber bald vorbei, weil sie alt und unpraktisch ist. Jetzt gibt es erste Entwürfe für das neue Bauwerk – und die können sich durchaus sehen lassen.

Mal futuristisch, mal minimalistisch, mal aber auch einfach nur bombastisch: Die Entwürfe der Studenten der TU Dortmund für die neue Brücke über die B1 sind sehr verschieden. Eines aber haben sie gemeinsam: Sie sind alle besser als das, was sich aktuell über die B1 am Ende der Lindemannstraße spannt.

Ortsbesuch an dem von manchen Menschen als “BVB-Brücke” bezeichnetem Bauwerk. Auffällig, wenn man direkt davor steht, ist die ordentliche Steigung. Bei etwa zwölf Prozent liegt sie aktuell. Kaum vorstellbar, dass hier Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen, Rollatorfahrer, gehbehinderte Menschen oder Menschen mit wenig Kondition gerne drüber gehen.

Weniger Steigung auf der Brücke über die B1

Wenn die neue Brücke dann “Anfang des neuen Jahrzehnts kommt”, wie es Baudezernent Martin Lürwer im Juni dieses Jahres ankündigte, sollen aus zwölf Prozent Steigung nur noch sechs werden.

Das haben die Studenten der TU Dortmund in ihren Entwürfen längst eingeplant. Und wie sehen sie so aus, die Visionen der angehenden Architekten?

Da gibt es etwa das Modell “Gerade Doppelbrücke mit geschwungenem Bogen obenauf und Serpentinen am Ende”. Und das sieht so aus:

Schlicht aber funktional: Dieses Modell von Katharina Lauer und Jonas Kleefeld. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Interessant ist auch der Entwurf von Kevin Groß-Bölting und Alexander Berheide. Die beiden stellen sich eine gelbe Treppe hinauf zur Brücke vor, zudem eine gelbe Rampe, die im Viereck hinauf führt. So nämlich:

Kevin Groß-Bölting und Alexander Berheide haben dieses Modell entworfen. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Imposant natürlich das Modell mit Turm am Ende der Brücke. Damit wäre Dortmund dann wohl um eine Mini-Landmarke reicher. Das schaut dann so aus:

Eine neue Landmarke für Dortmund? Studenten der TU könnten sich einen Turm am Ende der neuen Brücke über die B1 vorstellen. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Sehr schick, dafür aber bestimmt auch teuer, dürfte der Entwurf von Rosstan Hadafmand und Simon Loske sein. Er könnte sich einen Laubengang als Brücke über die B1 vorstellen. Vorteil: Man wird nicht nass, wenn es regnet.

Durch den Laubengang über die B1? Das jedenfalls könnten sich Rosstan Hadafmand und Simon Loske vorstellen. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
Die Vorschläge der TU-Studenten gehören nicht zur offiziellen Ausschreibungsphase für das Projekt. Allerdings konnte die Stadt durch die Arbeiten wichtige Erkenntnisse gewinnen. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Schließlich das Modell “Brücke, Träger, fertig” von Arthur Jankowski. Im Vergleich zum vorangegangenen Entwurf eher minimalistisch aber dafür platzsparender und wohl in der Umsetzung günstiger.

Visionen in der Berswordthalle ausgestellt

Die Visionen der Studenten sind übrigens während eines Projekts im Wintersemester 2016/2017 in der Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen entstanden. Die Modelle der angehenden Bauingenieure werden aktuell bis zum 22. November in der Berswordthalle ausgestellt.

So sieht die Brücke über die B1 aktuell aus. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Für die Stadt Dortmund haben diese Arbeiten wichtige Erkenntnisse gebracht, wie Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl sagt. Die Ideen flössen deshalb in die Planung für die neue Brücke ein. Denn der “richtige” Planungswettbewerb von fertigen Architekten kommt noch. Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch die TU-Studis daran teilnehmen können. Eine Jury wird am Ende dann den besten Entwurf auswählen. Bis dahin dürfen die BVB-Fans oder Westfalenhallen-Besucher noch über die steile Brücke aus den 50er-Jahren gehen.

Kommentare

Anzeige