Montag, 16. Juli 2018

Bodelschwingh, Clarenberg oder Mitte – die LEG bietet in ganz Dortmund Mietwohnungen an. Jetzt unterbreitet sie ihren Mietern ein fragwürdiges Angebot. Der Mietverein Dortmund warnt vor der Offerte. 

Wer eine Wohnung von dem Düsseldorfer Wohnungsunternehmen LEG mietet, hat in den letzten Tagen wahrscheinlich ein Schreiben zur „Mietpreisgarantie“ bekommen. Darin heißt es, dass Mieter, die einer freiwilligen Mietpreiserhöhung von zehn Euro zustimmen, keine weitere Mieterhöhung in den nächsten zwei Jahren zu fürchten haben. Allerdings hat dieses Angebot einen Haken: Werden beispielsweise energetische Sanierungen durchgeführt, sind Modernierungsmieterhöhungen nach wie vor möglich. Komplett abgesichert sind die Mieter demnach nicht.


Die LEG hat ihren Mietern ein fragwürdiges Angebot unterbreitet. Foto: dpa

Mietverein Dortmund sieht das Angebot der LEG kritisch

Offiziell heißt es in dem Brief der LEG: „Angebot zur Mietvereinbarung nach § 557 BGB zum 01.05.2018 – „Mietpreisgarantie“. Gemeint sind damit die oft durchgeführten Mieterhöhungen durch die ortsüblichen Vergleichsmieten, bei denen sich die Preise der Mietobjekte in unterschiedlichen Abständen erhöhen. Bereits 2012 hatte die LEG eine derartige Aktion durchgeführt und dafür viel Kritik kassiert. Der Mietverein in Dortmund steht auch dem diesjährigen Angebot kritisch gegenüber und warnt vor Risiken.

Die LEG schreibt in den Briefen an ihre Mieter von allgemeinen Mietpreiserhöhungen, ohne jedoch auf konkrete Objekte einzugehen. Deshalb rät der Mietverein vor der Zustimmung zum Angebot, vorab Informationen über die Mietpreise in der eigenen Stadt einzuholen. Besonders wichtig ist dabei die Frage, ob der aktuelle Mietspiegel überhaupt eine Erhöhung zulässt. Falls ja: Wie hoch werden die Steigerungen ab dem kommenden Jahr sein und würde die Kappungsgrenze von 20 Prozent noch greifen? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, so der wohnungspolitische Sprecher des Mietvereins Tobias Scholz, könne das Angebot der LEG beurteilt werden.

Mieter müssen sich schnell entscheiden

Zeit, um Informationen und Antworten auf Fragen einzuholen bleibt kaum. Bis zum 20. April sollen sich die Mieter entscheiden, ob sie das Angebot der LEG annehmen wollen oder nicht. Tobias Scholz spricht in diesem Zusammenhang davon, dass die LEG „mit der Angst der Mieterinnen und Mieter vor Mieterhöhungen spielt“. Denn wer sich nicht schnell genug entscheidet, muss später zu teuren Mieten wohnen. So lässt es zumindest die LEG klingen.

Die Clarenberg-Siedlung wird von der LEG betrieben und soll gegen Brände gesichert werden. Foto: LEG

Zehn Euro klingen vergleichsweise wenig, doch das Angebot scheint ohne konkrete Nachfrage wenig transparent zu sein. Die Risiken, vom Mietverein Dortmund detailliert aufgelistet, sind versteckt zwischen den Zeilen zu lesen. So schützt das Angebot beispielsweise nicht vor Preiserhöhungen durch Modernisierungen. Das bedeutet für Mieter: Kaum Planungssicherheit und keine richtige Mietpreisgarantie. Eine Ausnahme bilden die Brandschutzmaßnahmen in der Clarenberg-Siedlung. Hier wurde vorab bestätigt, dass die Mietpreise dadurch nicht erhöht werden.

Damit betroffene Mieter noch ausreichend Zeit haben, um Informationen einholen und abwägen zu können, hat der Mietverein Dortmund die LEG am Dienstag (10. April) aufgeordert, den Zeitraum für die Entscheidung bis Ende Mai zu verlängern. Informationen über die Dortmunder Mietpreiserhöhungen sind hier und in der Geschäftsstelle des Mietvereins zu bekommen.

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