Sonntag, 24. Juni 2018

51,1 Millionen Euro für Wohnbauförderung, 5,2 Millionen für Stadterneuerung – das Amt für Wohnen und Stadterneuerung jongliert mit großen Zahlen. Diese sind aber nicht immer nur positiv.

In Dortmund gab es zum Dezember des vergangenen Jahres 24.252 Sozialwohnungen. Hier mussten die Menschen also kalt höchstens 5,25 Euro pro Quadratmeter zahlen. Wer hier wohnen möchte, braucht einen so genannten Wohnberechtigungsschein. Und den haben in Dortmund immer mehr Menschen. So viele, dass die angebotenen Wohnungen nicht ausreichen. Auf der Warteliste standen 1.890 Haushalte, die gerne in einer solch geförderten Wohnung wohnen würden.


Dabei wurde 2017 viel Geld investiert, um neue Sozialwohnungen zu schaffen oder alte zu sanieren. Und zwar insgesamt 51,1 Millionen Euro. Dieses Geld hat aber nicht die Stadt Dortmund selbst in die Hand genommen, sondern es ist Fördergeld vom Land Nordrhein-Westfalen. Neu gebaut wurden damit 280 Wohnungen und saniert 733.

Angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt steigt

Für Entspannung auf dem Markt sorgt das aber nicht. Zumal es bis zum Jahr 2025 wohl noch weniger Wohnungen werden. Von den jetzt 24.252 bleiben dann nämlich wohl nur noch rund 19.000 übrig. Der Grund dafür ist vor allem die auslaufende Sozialbindung bei vielen Sozialwohnungen, für die die Vermieter dann wesentlich viel höhere Preise aufrufen könnten.

„Die Stadt steuert dagegen, wir können aber nur Anreize schaffen und niemanden zwingen“, so Heike Thelen, Pressesprecherin der Stadt Dortmund. Der Bedarf aber bleibt wohl bestehen. Deshalb hat die Stadt schon jetzt eine Zusage der Landesregierung für das laufende Jahr bekommen. 2018 werden es 30 Millionen Euro sein.

Rund 11.000 Menschen sind auf Wohngeld angewiesen

Der Bedarf lässt sich auch an einer anderen Zahl ablesen, die das Amt für Wohnen und Stadterneuerung zum Jahresabschluss bekannt gegeben hat. Demnach musste die Stadt knapp 11 Millionen Euro Wohngeld an Haushalte zahlen.

Davon waren 2017 etwa 5.312 Haushalte betroffen, in denen ca. 11.000 Personen leben. Durchschnittlich bekommen die betroffenen Haushalte etwa 175 Euro pro Monat. Im Vergleich zum Vorjahr bekommen weniger Dortmunder Wohngeld gezahlt. In 2016 waren es noch 5.408 Hauhalte.

Wohngeld-Zahlungen doppelt so hoch wie 2007

Wohngeld wird übrigens nicht an so genannte „Empfänger von Transferleistungen“, zu denen auch Hartz IV-Empfänger gehören, gezahlt. Allerdings ist der Bedarf am Mietzuschuss für die Dortmunder weiter hoch. Einen Grund dafür sieht die Stadt Dortmund in dem Wohngeldgesetz, das 2016 reformiert wurde. Damals wurde die Tabelle an die Entwicklung der Wohnkosten und die Verbraucherpreise angepasst.

Damit lässt sich auch erklären, dass es vor zehn Jahren (2007) noch 99 Euro waren, die als Wohngeld gezahlt wurden. Damals waren 4.703 Haushalte (ca. 9.500 Personen) auf den Zuschuss angewiesen. Die Gesamtsumme stand damals bei 5,6 Millionen Euro und hat sich somit in zehn Jahren verdoppelt.

5,23 Millionen Euro für die Stadtentwicklung

Neben den Sorgen um den sozialen Wohnungsbau gibt es aber auch positive Nachrichten vom Amt für Wohnen und Stadtentwicklung. 5,23 Millionen Euro konnten im vergangenen Jahr in Stadtentwicklungsprojekte gesteckt werden. Darunter unter anderem in die Entwicklung des Unionviertels. Aber auch weiter außerhalb gelegene Stadtteile wie Derne oder Westerfilde haben von dem Geld profitiert.

Das wird übrigens nicht vollständig aus dem Haushalt der Stadt getragen, sondern ist eine Mischung von Fördermitteln der EU, dem Bund und dem Land. Die Stadt Dortmund muss dann häufig nur noch einen geringen Betrag zuzahlen. In der Regel zwischen fünf und 30 Prozent der Kosten. Und auch 2018 soll es weitergehen. Geplant sind Investitionen in Höhe von 12,98 Millionen Euro.

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