Donnerstag, 14. Dezember 2017

Zwischen Körne und Wambel ist vor Kurzem eine Straße zu Firmenbesitz geworden. Deshalb dürfen Autos nicht mehr von Nord nach Süd durchfahren. Das zieht weitere Auswirkungen und Maßnahmen nach sich  – von mehr Verkehrsbelastung bis hin zu neuen Regelungen beim Abbiegen.

Betroffen sind vor allem die Straßen rund um die seit Kurzem gesperrte Juchostraße. Das sind die Alte Straße, Rüschebrinkstraße, die Hannöversche Straße und der Hellweg in diesem Bereich.

Juchostraße

Die Juchostraße war bis vor Kurzem für den Durchfahrtsverkehr frei. Doch das Werksgelände der KHS, einer Firma für Abfüll- und Verpackungslösungen, ist immer weiter gewachsen und nimmt inzwischen fast den gesamten Bereich auf beiden Straßenseiten ein. Mitarbeiter und Fahrzeuge müssen laut einem Verkehrsgutachten des Unternehmens von 2011 häufig von einer Straßenseite auf die andere wechseln. Da ist es für die Firma besser, wenn die Juchostraße in ihrem Privatbesitz ist. Die Privatisierung hat die Stadt bereits 2015 bekanntgegeben. Seit Kurzem stehen die Hinweisschilder an der Straße.

Die Juchostraße ist seit Kurzem gesperrt. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24
Juchostraße Wambel
Hier kommt in Zukunft kein Auto mehr durch. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Vom Wambeler Hellweg könnt ihr durch die Sperrung nicht mehr in die Juchostraße einbiegen. Von der Hannöverschen Straße ist das weiterhin möglich, aber ihr könnt nicht bis nach Süden durchfahren. Die Firmen an der Juchostraße und die abzweigende Eichendorffstraße könnt ihr weiter erreichen.

Von der Hannöverschen Straße könnt ihr noch in die Juchostraße einbiegen. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Alte Straße

Weil die Nord-Süd-Verbindung Juchostraße gesperrt ist, muss der Verkehr auf die Parallelstraßen ausweichen. Eine davon ist die Alte Straße, die im Westen der Juchostraße liegt. Laut dem Gutachten von KHS nimmt die Verkehrsbelastung auf der Alten Straße durch die Privatisierung der Juchostraße stark zu, von 3.700 Kraftfahrzeugen pro Tag auf 5.350.

Das ist die Alte Straße, eine Parallelstraße der gesperrten Juchostraße. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Als die Sperrung der Juchostraße Thema wurde, waren die Anwohner der Alten Straße besorgt, dass der Lärmpegel in ihrer Straße stark ansteigen könnte. Das Verkehrsgutachten kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass die geltenden Grenzwerte nicht überschritten werden. Doch Heinz-Dieter Düdder von der SPD in Körne befürchtet, dass die Werte, die im Jahr 2009 gemessen wurden, schon oder schon bald überholt sind. Laut dem Politiker könnte die Lärmbelastung steigen, wenn 2018 der neue Betriebshof von EDG, Tiefbauamt und Stadtentwässerung im nördlichen Teil der Alten Straße startet. Deshalb erwartet die SPD Körne laut Düdder in der zweiten Hälfte 2018 eine aktuelle Berechnung des Lärms.

Hier entsteht ein neuer Betriebshof von EDG, Tiefbauamt und Stadtentwässerung. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Ein weiteres Problem auf der Alten Straße ist, dass sie nicht besonders breit ist. An der Kreuzung Hellweg dürfen Lkw deshalb demnächst nicht mehr nach rechts in die Alte Straße abbiegen. Laut Stadt wird das Abbiegeverbot “in Kürze angeordnet und umgesetzt”.

Alte Straße Körne
Die Einfahrt in die Alte Straße ist nicht besonders breit. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Rüschebrinkstraße

Die Rüschebrinkstraße ist ebenso wie die Alte Straße eine Parallelstraße zur Juchostraße. Das Verkehrsgutachten von 2011 geht davon aus, dass auch auf der Rüschebrinkstraße der Verkehr zunimmt, von 11.300 auf 12.820 Kraftfahrzeuge pro Tag.

Die Rüschebrinkstraße ist breiter als die Alte Straße. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Im März gab die Stadt Dortmund bekannt: “Erst nach Abschluss der Bauarbeiten auf der Rüschebrinkstraße wird die Juchostraße in das Werksgelände eingezogen.” Inzwischen ist die Juchostraße “eingezogen”, das heißt privatisiert, aber die Rüschebrinkstraße hat immer noch keinen Flüsterasphalt, der den Verkehrslärm mindern soll. Laut einer Stadtsprecherin werden die Baumaßnahmen für den Asphalt aber bald beginnen, entweder noch im Dezember oder 2018. Die Bauzeit wird mehrere Monate dauern und die Stadt schätzte im März die Kosten auf 800.000 Euro, von denen die KHS 157.500 Euro übernehmen sollte.

Hannöversche Straße

De Hannöversche Straße ist die Querstraße im Norden der Juchostraße. Von ihr aus könnt ihr weiterhin in die Juchostraße einbiegen und bis zu den ansässigen Firmen und der Eichendorffstraße durchfahren. Laut dem Verkehrsgutachten nimmt hier die Zahl der Kraftfahrzeuge um 170 bis 1.710 pro Tag zu.

Hannöversche Straße
Auf der Hannöverschen Straße herrscht viel Verkehr. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Laut Düdder befürchten die Politiker der SPD in Körne, dass es auf der Hannöverschen Straße zu Stau kommen könnte, weil es seit einigen Jahren keine Linksabbiegespur mehr in die Alte Straße gibt. Sie wurde damals zu Gunsten einer Fahrradspur entfernt. Laut Düdder könnte sie durch den neuen Betriebshof jedoch wieder nötig werden. Die Stadt sagt dazu: “Die Abbiegemöglichkeit an der Hannöverschen Straße in die Alte Straße sollte zunächst nicht verändert werden, da das Gutachten eine ausreichende Leistungsfähigkeit auch ohne gesonderte Linksabbiegespur ermittelt hat.” Sie will trotzdem voraussichtlich 2019 die “heutige Linksabbiegemöglichkeit in der Breite” optimieren, damit der Verkehr besser fließt. Die SPD Körne fordert jedoch, dass die Stadt die Maßnahme vorzieht und sie nicht länger als ein Jahr damit wartet.

Hier gibt es seit einigen Jahren keine Linksabbiegespur mehr. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hellweg

Parallel zur Hannöverschen Straße verläuft südlich der Juchostraße der Körner beziehungsweise Wambeler Hellweg. Für die Straße kommt das Verkehrsgutachten auf ein erfreuliches Ergebnis: Weil die Zufahrt zur Juchostraße nur noch von Norden möglich ist, ist auf dem Hellweg mit weniger Verkehr zu rechnen, und zwar mit bis zu 1.620 Kraftfahrzeugen pro Tag weniger.

Auf dem Hellweg habt ihr laut dem Gutachten bald öfter freie Fahrt. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

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