Samstag, 18. August 2018

Fünf Tage nach dem tödlichen Drama am Bahnhofs-Parkhaus von Hörde zeigt die Stadt jetzt Präsenz am Tatort. Das Jugendamt ist vor Ort, ein Transporter dient als Anlaufstation für Jugendliche. Inzwischen gibt es auch Neues von der Staatsanwaltschaft. 

Seit Dienstag (28. Februar) zeigt die Stadt Dortmund Präsenz an jenem Ort, an dem am vergangenen Freitag ein 15-jähriges Mädchen erstochen wurde und anschließend verstarb.  Gut sichtbar steht ein Transporter des Jugendamtes im Bereich des Parkhauses.


Dort finden Jugendliche täglich zwischen 10 und 20 Uhr professionelle Ansprechpartner, bei denen sie ihre Sorgen und Probleme äußern und Rat bekommen. Die Stadt hat festgestellt, dass es Redebedarf gibt, immer wieder kamen in den vergangen Tagen Jugendliche an den Ort der schrecklichen Tat. Die Stadt will ihnen jetzt zur Seite stehen.

„Natürlich bietet sich hier auch die Möglichkeit, sich bei den eisigen Temperaturen mit einem heißen Getränk aufzuwärmen“, heißt es in einer Mitteilung von Stadtsprecherin Anke Widow. Das Angebot besteht zunächst bis Freitag (2. März).

An diesem Parkhaus geschah das tötliche Drama am vergangenen Freitag. Foto: dpa

Nach der 15-Jährigen hat die Polizei inzwischen die mutmaßliche Tatwaffe – ein Butterfly-Messer – gefunden. Es lag nach Angaben der Staatsanwaltschaft in einem Container. Das Messer werde unter anderem nach Fingerabdrücken untersucht, erklärte die Staatsanwaltschaft am Dienstag und bestätigte damit Berichte mehrerer Medien. Unter Tatverdacht steht eine 16-jährige Jugendliche. Sie sitzt wegen Totschlagsverdacht in Untersuchungshaft und schweigt.

Tödlicher Streit

Am Freitagabend war es zwischen den beiden Mädchen, die zu einer 15-köpfigen Jugendgruppe gehörten, an dem Treffpunkt nahe des Bahnhofs Hörde zum Streit gekommen. Dabei soll die 16-Jährige der anderen Jugendlichen eine schwere Stichverletzung in der Brust zugefügt haben. Die 15-Jährige starb daran später im Krankenhaus.

Einen Tag nach der Tat waren noch Blutspuren des getöteten Mädchens auf dem Parkdeck zu sehen. Foto: dpa

Die Teams der Psychologischen Beratungsdienste des Jugendamtes sollen nun als professionelle Ansprechpartner für jungen Menschen dienen. In akuten Krisensituationen können sich Ratsuchende, insbesondere Kinder und Jugendliche, direkt und ohne Terminabsprache an die Psychologischen Beratungsdienste wenden. Jugendliche und Familien können sich auch telefonisch oder persönlich anmelden. „Notfälle haben immer Vorrang“, so Widow.

In der Hörder Beratungsstelle, Alfred-Trappen-Straße 39, findet immer donnerstags von 13.30  bis 15 Uhr eine offene Sprechstunde statt. Zudem wurde dort für den kommenden Freitag (2. März) von 10 bis 12 Uhr eine zusätzliche offene Sprechstunde eingerichtet. (mit dpa-Material)

Die Beratungsstellen arbeiten stadtbezirksorientiert. Alle Beratungsstellen sind Anlaufstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern. Sie arbeiten in multiprofessionellen Beratungsteams. Dazu zählen unter anderem Psychologen, Sozialarbeiter und Pädagogen. Die Angebote sind vertraulich, kostenlos, freiwillig und niederschwellig.

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