Samstag, 26. Mai 2018

Nach dem Hin und Her der vergangenen Wochen um das Festi Ramazan hat sich jetzt auch Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau öffentlich zu dem Fest geäußert. Sierau kritisiert vor allem die Kommunikation von Seiten der Veranstalter.

Seit Tagen tobt im Netz eine Diskussion um das Festi Ramazan. Erst sollte das „größte Ramadan-Fest in Europa“ gar nicht mehr in Dortmund stattfinden (Dortmund24 berichtete), nachdem die Bezirksvertretung Innenstadt-Ost sich kurzfristig dagegen aussprach. Jetzt soll es zumindest in abgespeckter Form auf dem Parkplatz A8 im Schatten des Westfalenstadions und in unmittelbarer Nähe des Theodor-Fliedner-Heim über die Bühne gehen.


Doch nach den unzähligen Diskussionen bleibt ein bitterer Beigeschmack. Nicht nur, weil es für den Veranstalter und einige Händler ein Minusgeschäft wird.  „Es ist schade, dass sich der Veranstalter zuletzt nicht so in der Öffentlichkeit gezeigt hat, wie man es sich gewünscht hätte“, sagte Sierau am Mittwoch (2. Mai). Stattdessen, so Dortmunds OB, habe man den Dortmunder Schausteller Patrick Arens als Berater an die Front geschickt. „Das ist nicht wirklich vertrauensschaffend“, sagt Sierau, der in diesem Zusammenhang auch von einer „kulturellen Frage“ spricht. Die Kritik dürfte in die Richtung von Fatih Ilhan gehen, der als Veranstalter des Festi Ramazan auftritt.

Unterdessen ist der Dortmunder Oberbürgermeister darum bemüht, die Erwartungen für das Fest zu dämpfen. Sollten die Bauaufsicht und das Ordnungsamt in den nächsten Tagen das neue Konzept zulassen, könne man von einem Festi Ramazan ausgehen, dass deutlich kleiner sei, als das ursprünglich geplante. Wie viele Stände und Händler auf dem neu konzipierten Fest zugelassen seien, konnte die Stadt am Mittwoch aber noch nicht sagen.

Festi Ramazan wird begleitet

Dass das Festi Ramazan nun deutlich kleiner ausfalle als geplant, müsse jetzt in alle Richtungen kommuniziert werden, um zu vermeiden, dass es vor Ort erneut zu Problemen komme. Etwa, wenn zu viele Menschen anreisen und der Platz dafür nicht mehr reichen könnte.

Die „antimuslimischen Stimmen“ der vergangenen Tage, so Sierau, würden einer guten Kommunikation mit dem Veranstalter zudem nicht gut tun. „Dabei ist Kommunikation die Grundlage für eine gute Kooperation“, so Sierau. Weil er festgestellt habe, dass die Kommunikation zwischen Veranstalter, Bezirksvertretung und Stadtverwaltung nicht richtig gelaufen sei, habe Sierau sich jetzt der Sache angenommen. „Wir werden die Veranstaltung und das ganze Drumherum nun begleiten und moderieren.“

Jetzt liegt das Heft des Handelns in der Hand der Bauaufsicht und des Ordnungsamts. In den kommenden Tagen wollen sie eine Zu- oder Absage für das Konzept des Festi Ramazan 2018 geben. 2019 dann soll es das Chaos aber wohl nicht mehr geben. Dann soll das Festi Ramazan dorthin zurückkehren, wo es in der Vergangenheit schonmal stattfand und wo es ohne größere Probleme über die Bühne ging: Auf dem großen Vorplatz an den Westfalenhallen.

Info: Das Festi Ramazan findet in diesem Jahr zum siebten Mal in Dortmund statt – Auftakt war im Jahr 2012. Das Fest findet während des Fastenmonats Ramadan statt und dauert 30 Tage. In diesem Jahr startet es am 16. Mai und endet am 17. Juni. Die Öffnungszeiten sind täglich von 18 Uhr bis 2 Uhr.

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