Montag, 16. Juli 2018

Drohende Fahrverbote für Diesel, extreme Werte an Silvester: Feinstaub ist in Deutschland noch immer ein Thema. Doch während andere Städte massive Probleme haben, sinken die Werte in Dortmund seit Jahren.

Dieselruß und Reifenabrieb, aber auch Öfen und Fabrikabgase führten lange dazu, dass die Feinstaubkonzentration in der Dortmunder Luft hoch war. Mit dem bloßen Auge sind die bis zu 0,001 Millimeter großen Partikel nicht zu erkennen. Dafür gelangen sie beim Einatmen bis tief in die Lunge. Laut dem Bundesumweltministerium kann das kurzfristig Atemwegserkrankungen verschlimmern und das Herz-Kreislauf-System belasten. Die feinen Partikel sollen laut Studien langfristig aber auch zu Lungenkrebs führen.


Bei Feinstaub handelt es sich um Partikel in der Luft, die kleiner als 0,001 Millimeter sind. Er wird in verschiedenen Größen gemessen. Laut Umweltbundesamt entsteht er vor allem durch den Verkehr, Heizöfen und die Industrie. Der Grenzwert für Feinstaub liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Dieser darf im Jahr nur 35 Mal überschritten werden. Sonst kann die EU anordnen, dass Autos langsamer fahren müssen oder gar Verbote verhängen.

Wie viel von dem mikroskopisch kleinen Staub in der Luft ist, wird bereits seit Jahrzehnten gemessen. Erst seit dem Jahr 2000 wird er jedoch in zwei verschiedene Größen unterteilt: bis zu einem Durchmesser von 10 Mikrometern (PM10) und bis 2,5 Mikrometer (PM2,5; seit 2008). Die gute Nachricht ist: Die Konzentration an Feinstaub hat auch in Dortmund bereits stark abgenommen.

Dortmunder Luft messbar sauberer

Lagen die PM10-Messwerte Anfang der Neunziger noch bei rund 50 Mikrogramm pro Kubikmeter, werden flächendeckend heute meist Werte zwischen 15 und 20 Mikrogramm gemessen. 2004 waren in der Dortmunder Luft im Schnitt rund 42 Mikrogramm Feinstaub zu finden (PM10). In mehr als einem Viertel der Messungen wäre der Grenzwert von 50 Mikrogramm überschritten worden. Am meisten davon war 2004 am 7. Dezember in der Luft: 258 Mikrogramm wurden gemessen.

2017 lag der Durchschnittswert an der Messstation „Brackeler Straße“ in Dortmund bei nur noch etwa 25 Mikrogramm, der größte Ausreißer bei 90. Auch überschritten wurde dort der Grenzwert nur 15 Mal – fünfmal seltener als 2004. Über die drei Stationen in Dortmund gesehen, die Feinstaubkonzentrationen messen, wurden insgesamt 36 Überschreitungen gemessen. Diese können aber auch an gleichen Tagen vorkommen.

Belastung ist wetterabhängig

Das Interessante: Auch bei gleich viel Verkehr schwankt die Belastung von Feinstaub in der Luft häufig. Sie ist vom Wetter abhängig. Normalerweise schlägt sich auch das Silvesterfeuerwerk deutlich in den Messwerten nieder. Wegen des schlechten Wetters wurde der Feinstaub regelrecht vom Winde verweht oder vom Regen gebunden. Deshalb waren die zum Jahreswechsel gemessenen Feinstaubwerte in Dortmund erstaunlich niedrig.

Dennoch rät das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, unnötige Autofahrten zu vermeiden und zu Hause auf Zusatzheizungen mit Holzöfen und Kaminen zu verzichten.

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