Alle, die regelmäßig über den Westenhellweg schlendern, kennen sie: Die Straßenmusiker. Was den einen erfreut, ist des anderen Leid. So auch für die Anwohner am Westenhellweg, Harald und Michael Weiss. Sie haben jetzt eine Online-Petition gestartet. 

Dortmund – „Schluss mit dem Musikterror der Straßenmusiker in Dortmund“ lautet die Petition die der Dortmunder Harald Weiss mit seinem Partner Michael gestartet hat.

Seit ungefähr zwei Jahren wohnen Harald und Michael Weiss auf dem Westenhellweg. Das fanden sie früher schön. Mittlerweile leider nicht mehr. Sie fühlen sich gestört durch die „Dauerbeschallung“ der Straßenmusiker auf Dortmunds Einkaufsmeile.

Messwerte ab 60 bis 108 Dezibel bei geschlossenem Fenster seien keine Seltenheit, heißt es in ihrer Petition. Ab 10 Uhr morgens bis nach 22 Uhr abends haben die beiden Dortmunder fast ohne Unterbrechung den Lärm der Straßenmusiker in den Ohren Und das sowohl unter der Woche, als auch am Wochenende und an Feiertagen. „Und eben abends, wenn jeder seine Ruhe haben möchte“, schreiben sie in ihrer Petition.

Petition läuft seit dem 25. Januar

Die Petition haben Harald und Michael Weiss am 25. Januar zusammen aufgesetzt. Wie es dazu kam? Michael hatte sich täglich bei Harald beschwert und die Ämter seien bisher leider keine große Hilfe gewesen.

Mit ihrer Petition wollen die beiden erreichen, dass die Regelungen für Straßenmusiker geändert werden – damit „die Beschallung nicht in diesem Ausmaß mehr ertragen werden muss.“ Denn bisherige Beschwerden hätten beim Ordnungsamt und dem Oberbürgermeister nichts gebracht. Daher richtet sich die Petition auch an Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau und an das Ordnungsamt Dortmund.

Ausziehen aus dem Haus möchte Harald nicht. „Im Grunde haben wir einen guten Platz gefunden“, so Harald im Gespräch mit Dortmund24. Fürsprecher, die sich durch die Straßenmusiker ebenfalls belästigt fühlen, hat er auch gefunden: „Ziemlich viele Geschäftsleute im und um den Westenhellweg 17 haben sich auch dahingehend geäußert, dass sie sich gestört fühlen.“

Behörden verwiesen Harald auf den „Flyer“

Aber warum haben Haralds Beschwerden bis heute nichts gebracht? „Bisherige Kontakte mit Behörden hatten immer das Ergebnis, dass man nichts machen könne und es ja den Flyer gibt. Aber ständige Kontrollen wäre übertrieben.“

Und der Flyer? Die Stadt Dortmund hat in diesem folgende „Spielregeln“ aufgestellt, damit Straßenmusiker, Anwohner und Berufstätige friedlich nebeneinander leben und arbeiten können:

Straßenmusiker in der ersten halben Stunde dürfen sie spielen in der zweiten nicht. Grafik: Stadt Dortmund

  • Musiziert werden darf, beginnend mit der vollen Stunde, jeweils eine halbe Stunde lang. Die zweiten 30 Minuten jeder Stunde sind Ruhezeit, also spielfrei zu halten.
  • Nach dem Musizieren bzw. nach Aufforderung durch Vollzugsdienstkräfte der Stadt Dortmund und der Polizei, ist der Standort zu wechseln. Der neue Standort muss mindestens 150 Meter vom vorherigen Standort entfernt sein.
  • Auf Flächen, auf denen genehmigte Veranstaltungen stattfinden, ist Straßenmusik grundsätzlich nicht gestattet.
  • Elektronische Verstärker und Tonwiedergabegeräte dürfen nicht verwendet werden.

Problem: ein Straßenmusiker hört auf und der nächste fängt an

Das Problem mit den Regeln des Flyers sei, dass diese oft umgangen werden. „Das heißt, ein Straßenmusiker hört auf und der nächste fängt an. Somit gibt es weniger spielfreie Zeiten. Auch die 150 Meter Abstand werden oft nicht eingehalten oder es werden 30 Meter hin und nach der Pause wieder zurückgelaufen. Fakt ist: Ohne Kontrolle sind die Regeln halt so, als ob sie nicht existent wären“, sagt Harald Weiss.

Er ist sich sicher: „Praktisch möchte man die Vielfalt und Integration wohl fördern. Allerdings gibt es überall Grenzen, was hinnehmbar ist und was zu viel des Guten ist. Dortmund hat wohl eine sehr laxe Ansicht, was das Problem angeht; im Gegensatz zu anderen Städten, wo das wohl besser geregelt ist.“

Mit der Petition möchte der Dortmunder vor allem erreichen, dass „man alle mal an einen Strang bekommt. Geschäftsleute, Anwohner und so weiter, und dass man dadurch eher gehört wird, als als Einzelpersonen.“

Zur Petition kommt ihr hier

Aus der Wohnung von Harald und Michael Weiss sieht das dann übrigens so aus und hört sich so an:

Posted by Michael Weiss on Mittwoch, 25. Januar 2017

Kommentare