Freitag, 22. September 2017

Mitten im Dortmunder Kreuzviertel findet ihr Hej Organic. Das Dortmunder Start-up hat einiges vor und möchte die Kosmetik-Welt erobern.

“Mein kleiner grüner Kaktus steht draußen am…” – nein, nicht auf dem Balkon. Viel mehr in eurem Badezimmer als Kosmetikprodukt. Da würde sich das Dortmunder Start-up Hej Organic freuen.

“Naturkosmetik wird immer wichtiger”, meint die Co-Founderin der Marke Laura Rath. Dadurch dass ihr Schwiegervater Norbert Rath Geschäftsführer bei Brandpur, der Muttergesellschaft von Hej Organic, ist, war Laura Rath immer mit dem Thema in Berührung. Ähnlich wie beim Essen würde auch in Sachen Kosmetik immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit gelegt werden. Und die soll dabei auch noch stylisch sein.

Auf Reisen in Städten wie Los Angeles, Kopenhagen und Stockholm haben Laura und ihre Freunde gemerkt, dass das Thema immer wichtiger wird. “Wir wollen Naturkosmetik einen neuen Anschliff verpassen.” Ein moderneres Image, dass sowohl vom Design als auch den hochwertigen Produkten überzeugt. An Naturkosmetik gibt es schon einiges auf dem Markt, aber die hätten “einen faden Anstrich”, so die 29-Jährige.

Das Dortmunder Start-up Hej Organic möchte mit seiner Naturkosmetik den globalen Markt erobern. Foto: Nadja Lucas/Dortmund24
Co-Founderin Laura Rath und Brandmanagerin Nina Steinberg mit Produkten von Hej Organic in ihrem Büro im Dortmunder Kreuzviertel. Foto: Nadja Lucas/Dortmund24

“Wir sind nicht irgendeine Kosmetik”

Freitags beim Feierabendbier wurde dann also zusammen gebrainstormt. Denn Laura arbeitete zu der Zeit noch im Career Loft von Bertelsmann. Das war Anfang 2015. “Da habe ich mich auch um Produktentwicklung gekümmert, aber das war eigentlich eine andere Ecke”, gesteht sie. Studiert hat Laura Wirtschaftspsychologie und Wirtschaftswissenschaften, ihren Master hat sie in Dortmund gemacht. Der Name für die Marke stand schnell. “Hej” aus dem Skandinavischen soll hierbei als Begrüßung dienen und mit “Organic” soll direkt darauf hingewiesen werden, um was es eigentlich geht, wofür die Marke steht und vor allem “dass wir nicht irgendeine Kosmetik sind”, so Laura. Dann wurde sich mit den Produkten an sich auseinandergesetzt.

Kosmetik von Hej Organic ist vegan, nachhaltig und fair. Alle Produkte sind aus ökologischer Landwirtschaft und wurden nicht an Tieren getestet. Das zeigen auch die Gütesiegel von internationalen Prüforganisationen. Hej Organic kooperiert mit den Herstellern vor Ort und unterstützt deren traditionellen Arbeitsmethoden.

Das Dortmunder Start-up Hej Organic möchte mit seiner Naturkosmetik den globalen Markt erobern. Foto: Nadja Lucas/Dortmund24
Bei dem Design diente eine Gin-Flasche als Vorbild. Foto: Nadja Lucas/Dortmund24

Kaktusfeigenkernöl – eines der teuersten Öle der Welt

Ganz im Süden von Marokko wird das Kaktusfeigenkernöl hergestellt, dass für die erste Produktserie von Hej Organic benutzt wird. Das Öl gilt als eines der teuersten Öle der Welt. “Es wird eine Tonne Kaktusfeigen für einen Liter Kaktusfeigenkernöl benötigt. Es ist teuer, aber auch “extrem wirksam”. Das Kaktusfeigenkernöl enthält Taurin. Das ist der Stoff, der auch in Red Bull ist. In der Kosmetik wird durch ihn die Haut angeregt. Außerdem enthält das Kaktusfeigenkernöl viel Vitamin E und C. “Es ist für alle Hauttypen und für jeden Alter geeignet”, sagt Laura, die an ihrer Jeansjacke einen kleinen Kaktus-Patch trägt. Konzentrieren tut sich die Marke aber auf die 20 bis 45 Jährigen.

In der ersten Serie von Hej Organic gibt es acht Gesichtspflegen und fünf Körperprodukte. Dazu kommen Masken. Für die Tuchmasken, die allerdings kein Kaktusfeigenkernöl enthalten, wird Bio-Baumwollflies verwendet. In Bodelschwingh gibt es eine extra Maschine, die diese Gesichtsmasken herstellen kann. Hier sind Lager und Logistik des Unternehmens, auch ein Teil der Abfüllung passiert hier. In der Redtenbacherstraße im Kreuzviertel ist währenddessen das Büro für Vertrieb und Marketing.

Die Produkte von Hej Organic gibt es seit Januar 2017. Und seit der zweiten Januarwoche findet ihr sie auch bei Douglas im Shop. Mit dem Kosmetik-Konzert hat das Dortmunder Start-up einen exklusiven Vertrag. “Das war ein totaler Glücksfall” freut sich Laura. Für nächstes Jahr ist aber natürlich auch schon einiges geplant: Ein eigener Online-Store und ein Amazon-Shop. Hej Organic will in die Welt hinaus.

Das Dortmunder Start-up Hej Organic möchte mit seiner Naturkosmetik den globalen Markt erobern. Foto: Nadja Lucas/Dortmund24
Eine Wand voller Hej-Organic-Produkten. Foto: Nadja Lucas/Dortmund24

Insgesamt besteht das Team aus zwölf Mitarbeitern. Dazu kommen noch andere Firmen mit denen das Start-up oft und viel zusammenarbeitet. Zum Beispiel Ad Lips, die sich um die Designs der Produkte kümmern und die Produzenten der Produkte. “Sie sind alle Part der Hej-Organic-Familie.”

“Wir wollen die Welt beschleunigen, sich nachhaltiger zu pflegen”

Das Ziel von Hej Organic: “Wir wollen die Welt beschleunigen, sich nachhaltiger zu pflegen.” Es geht darum, den Leuten bewusst zu machen, was sie in Pflege und Kosmetik nutzen. “Wir wollen der Haut und der Natur etwas Gutes tun, dazu gehört auch, dass man sich mit der Frage auseinandersetzt, wo meine Pflege herkommt”, unterstreicht Laura das Ziel von Hej Organic. Dabei sollen möglichst viele Leute erreicht werden.

Nächstes Jahr soll neben dem Online-Verkauf auch eine zweite Serie auf den Markt kommen. Die soll dann vielleicht in die Richtung der Tuchmasken weitergehen, so Laura. Hier gibt es momentan die “Hafer-Maske”, die “Algen-Maske” und die “Ananas-Maske”. Dafür muss aber vorher analysiert werden welche Maske bei den Käufern wie ankommt.

Das Dortmunder Start-up Hej Organic möchte mit seiner Naturkosmetik den globalen Markt erobern. Foto: Nadja Lucas/Dortmund24
Preisliste, Festival-Beutel und Papiertüten von Hej Organic. Foto: Nadja Lucas/Dortmund24

“Von Dortmund raus in die Welt”

Laura und das Team von Hej Organic freuen sich übrigens, wenn ihr bei ihnen vorbeischaut und ihnen Feedback zu den Produkten hinterlasst. Denn nur so kann Hej Organic eine globale Kosmetik-Firma werden. “Von Dortmund raus in die Welt”, sagt Laura. Dortmund sieht die Co-Founderin nicht als nachteiligen Standort. So wird der Hauptsitz der Firma wohl auch in Dortmund bleiben.

Die Farben der Produkte passen auch immer zu deren Inhalten. So steht das Grün der ersten Serie zum Beispiel für den Kaktus. Dabei sind immer die Pumpe der Verpackung und das Logo in derselben Farbe, in diesem Beispiel in grün.

Das Dortmunder Start-up Hej Organic möchte mit seiner Naturkosmetik den globalen Markt erobern. Foto: Nadja Lucas/Dortmund24
Auf dem Regal im Büro im Kreuzviertel steht der German Brand Award, den Hej Organic im Juni gewonnen hat. Foto: Nadja Lucas/Dortmund24

Das Dortmunder Start-up hat im Juni den German Brand Award in der Kategorie “Industry Excellence in Branding – Beauty & Care” gewonnen. “Wir freuen uns sehr, dass wir nominiert wurden und mit unserem Gesamtkonzept überzeugen konnten”, sagt Co-Founderin Laura. Es scheint als stünde Hej Organic in den Startlöchern, um ganz weit nach oben zu kommen.

Die Produkte von Hej Organic kosten zwischen 2,90 Euro und 29,99 Euro. Ihr bekommt sie exklusiv bei Douglas.

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