Sonntag, 24. Juni 2018

Lange war er verschollen, jetzt ist er wieder da. Der Marketingfilm „Moderne Großstadt“ der Stadtverwaltung Dortmund aus dem Jahr 1964 ist wieder aufgetaucht und kann jetzt online angeschaut werden.  

Die Räumung des Hannibal oder der Dieselskandal sind Themen, die die Stadt heute bewegen. Im Jahr 1964 war das alles noch weit weg. Wie sah Dortmund in den späten Nachkriegsjahren aus? Was hat die Menschen bewegt und wie war die Politik aufgestellt? Das alles zeigt ein knapp 49-minütige Film.


In „Moderne Großstadt“ präsentiert der damalige Oberbürgermeister Dietrich Keuning Dortmunds Aufschwung zur Metropole. Wir haben für euch die fünf interessantesten Fakten rausgesucht und kurz erklärt.

1.Industrialisierung

Die erste spannende Szene startet ab Minute fünf. Es werden mehrere Bilder der Dortmunder Industrie und Arbeiterschaft gezeigt. Interessanter ist dabei die Erzählung von Oberbürgermeister Dietrich Keuning:“Die Industrialisierung war für die Stadt ein Segen. Dortmund tauchte aus der Bedeutungslosigkeit wieder auf. Die Handelsstadt erlebte eine neue Blütezeit als Stadt der Arbeit. Menschen aus der ganzen Republik kamen nach Dortmund und hier entstand die Metropole Westfalens.“

 2. Schulwachstum

Der nächste interessante Aspekt wird ab Minute zehn genauer beleuchtet. Die Schulen. Man sieht verschiedene Bilder von alten Schulgebäuden, die den Lehranstalten von heute teilweise noch sehr ähneln. Kinder die sich über die Professionalisierung der Schule freuen und motivierte Lehrer springen immer wieder ins Bild. Der Sprecher erzählt währenddessen: „Ein Hauptaugenmerk wurde auf das Schulwesen gelegt. Nach Kriegsende entstanden in Dortmund mehr als 80 neue Volksschulen und die Zahl der Klassen wurde vervierfacht. In vielen Stadtteilen errichtete man neue Wohnsiedlungen. Da musste der Schulbetrieb Schritt halten. Die neuen Schulen wurden mit Turnhallen und diversen Fachräumen ausgestattet. Der Unterricht hat sich vom Lerndrill gelöst. Die Kinder lernten fortan spielerisch.“

3. Dortmund wird grün

Ab Minute 19 gibt es einen kurzen Schwenk von Industrieanlagen zu Naturgebieten. Ein schönes Dortmunder Stadtbild wird gezeigt mit Brunnen, Blumenbeeten und zahlreichen Grünanlagen. Arbeiter, die in ihrer Pause entspannen und zusammen Karten spielen zeigen die Verbindung von Industriestadt und Naturoase. Aus dem Off ist zu hören: „Besonders im Zeitalter der Industrie sehnten sich die Menschen nach mehr Grünflächen. Eine Vielzahl von gärtnerisch kunstvoll gestalteten Anlagen verschönerten nach und nach die Stadt. Dort traf sich die Arbeiterschaft zu besinnlichen Pausen. Dortmund verfügte damals über 17 Parkanlagen. Der Westfalenpark eröffnete außerdem und wurde als Geschenk der Natur aufgenommen.“

Damals wie heute. Der Westfalenpark ist ein Wahrzeichen der Stadt. Foto: Dpa

4. Verkehrsprobleme

Nach 32 Minuten kommt ein richtungsweisendes Thema, das uns heute noch betrifft. Die Verkehrsproblematik. Keuning stellt ein Modell vor, welches die Verkehrsdichte in der Innenstadt beschreibt. Es zeigt den drastischen Zuwachs an Verkehrsteilnehmern von 1952 bis 1970. Außerdem sind Tausende Fußgänger in der City zu sehen. Dazu wird erzählt:“Die Straßenplaner standen durch die rasante Zunahme an Verkehrsteilnehmern vor großen Problemen. Ein wesentliches Problem war dabei die Dortmunder Innenstadt. Man entschied sich letztendlich dafür, den Fahrzeugverkehr von den Einkaufszentren fernzuhalten. Damit man trotzdem einen vernünftigen Verkehrsfluss gewährleisten konnte, verbreiterte man  Straßen und ersetzte alte Brücken durch leistungsfähige Neubauten. Jede frei verfügbare  Fläche funktionierte man zu einem Parkplatz um. Unter der Erde entstanden erste Tiefgaragen.“

5. Sportstadt Dortmund

In der 41 Spielminute rückt der Sport in den Vordergrund. Zunächst läuft ein Bundesliga-Heimspiel des BVB vor ausverkaufter Kulisse. Damals noch im Stadion Rote Erde. Anschließend wird zur Sportplatzeröffnung in Kemminghausen weitergeleitet. Eine große Einweihungsfeier mit vielen Menschen und wichtigen Politikern folgt. Weiter geht es mit einer Aufnahme vom Dortmunder Südbad, welches man kaum wiedererkennt. „Das Stadion Rote Erde war mit 42.000 Menschen regelmäßig komplett gefüllt. Man wollte es damals auf 65.000 Plätze ausbauen. Rat und Verwaltung förderten außerdem den Breitensport in Dortmund. Um dem Ruf als Sportstadt gerecht zu werden, errichtete die Stadt eine Vielzahl an neuen Sportplätzen. Das Dortmunder Südbad zählte damals zu den schönsten Hallenbädern in der Bundesrepublik. Sechs weitere Bezirkshallenbäder sollten folgen. Auch Die Westfalenhallen galten damals schon als Prunkstück Dortmunds. 1964 fanden dort die Eislaufweltmeisterschaften statt.“

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