Montag, 16. Juli 2018

Der Bergbau hat den Stadtteil Derne im Dortmunder Norden deutlich geprägt. Doch seit dem Industriewandel gibt es im Ruhrgebiet keinen Bergbau mehr – und Derne verlor an Attraktivität und Relevanz. Die Stadt will nun die Potenziale des Stadtteils zusammenführen und das Gebiet wieder auffrischen. 

Die Zeche Gneisenau prägt das Derner Stadtbild. Doch sie ist seit den 80er Jahren nicht mehr in Betrieb und steht seither leer. Verändert haben sich nur die Flächen rund um die Zeche. Dort sind über die Zeit ein moderner Gewerbepark, ein Landschaftsbauwerk, ein Stadtteilpark sowie ein Einkaufs- und Dienstleistungszentrum entstanden. Vom Bergbau ist nicht mehr viel zu spüren. Die Stadt Dortmund will das nun ändern.


Die Zeche Gneisenau im Stadtteil Derne hat ihren Betrieb vor drei Jahrzehnten eingestellt. Foto: dpa

Gneisenau als Industriestandort festhalten

Die Stadt Dortmund möchte die Vorteile der Zeche, die an eine längst vergangene Industriezeit im Ruhrgebiet erinnert, in Zukunft besser nutzen. So sollen die Innenräume öffentlich zugänglich gemacht werden und auch der wissenschaftlichen Forschung dienen. Im Fokus stehen somit fortan Nutzen und Erhalt der alten Zeche.

Außerdem sind Wege zwischen dem Zechengelände und dem Wohnquartier in Derne geplant. Eine bessere Integration des ehemaligen Industriegebietes in das Stadtbild und das Stadtgeschehen ist dabei das Ziel.

Die Zeche ist Eigentum der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur. Für Ursula Meerfeld, Geschäftsführerin der Stiftung, ist der Tag, an dem das Konzept für die Zeche beschlossen wurde, „ein Meilenstein für die partnerschaftliche Zusammenarbeit zur Standortentwicklung“.

Derne ist bekannt für Gneisenau. Foto: dpa

Gezeichnet von Problemen

In Derne leben viele Menschen, die Transferleistungen beziehen. Der hohe Anteil an leeren Gewerberäumen entlang der Altenderner Straße trägt nicht unbedingt zu einem schönen Stadtbild bei. Die Stadt Dortmund hat für diese negativen Aspekte zwar noch keine konkreten Maßnahmen geäußert, nennt aber auf ihrer Internetseite die generellen Pläne für diese Probleme. So steht beispielsweise eine Imagesteigerung ganz oben auf ihrer Liste und auch Modernisierungsmaßnahmen sind geplant. Außerdem sollen der öffentliche Raum und das Wohnfeld verbessert werden.

Auch für das Freizeitangebot hat die Stadt Dortmund schon Vorstellungen zur Verbesserung. Sie will eine zentrale Platzfläche schaffen und einen Veranstaltungsort für die Anwohner entwickeln. Was das genau bedeutet, bleibt künftig abzuwarten.

Auffrischung ist kein günstiges Vorhaben

Die Verschönerung von Derne wird rund 14 Millionen Euro kosten. Das Geld soll bis 2026 in den Stadtteil fließen und helfen, die Pläne zu realisieren.

Entwickelt wurde das „Integrierte Handlungskonzept Derne“ vom Amt für Wohnen und Stadterneuerung in Abstimmung mit der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur und den Koordinatoren von „nordwärts“.

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