Sonntag, 19. November 2017

Für seine “Lang lebe der Tod”-Tour kam Rapper Casper am Freitag nach Dortmund – und brachte das Publikum in der fast vollen Westfalenhalle 1 so richtig in Wallung. 

Nachdem Casper seine für das Frühjahr geplante “Lang lebe der Tod”-Tour auf den Herbst verlegt hatte, war es am Freitag (10. November) endlich so weit: Nach ersten Konzerten in Münster, Stuttgart und Hamburg war nun Dortmund an der Reihe.

Fatoni trat als Vorband von Casper auf. Den lautesten Applaus gab es bei seinem letzten Lied – denn dann dauerte es  nicht mehr lang bis zum Auftritt von Casper. Foto: Lisa Krispin/Dortmund24

Für ein Warm-up sorgt an diesem Abend der deutsche Rapper Fatoni. “Er war meine erste Wahl. Wir haben ihn gefragt, ob er mit uns auf Tour gehen will und er hat ja gesagt”, erzählt Casper später seinen Fans. Der Menge in der fast ausverkauften Westfalenhalle 1 heizt Fatoni ganz gut ein. Aber auch der Musiker aus München weiß “Den größten Applaus bekommt man als Vorband immer für sein letztes Lied”. Denn alle wissen – jetzt dauert’s nicht mehr lang bis Casper auf die Bühne kommt.

Queen bevor Casper kommt

Doch vorher ertönen Queen laut aus den Boxen. Zu “Bohemian Rhapsody” kommt das Publikum so richtig in Mitsing-Stimmung. Und dann ist es endlich so weit: Vor einer hell erleuchteten Leinwand erscheint Casper auf einer Rampe auf der Bühne. Das Spektakel beginnt mit “Alles ist erleuchtet” von seinem im September erschienenen Album “Lang lebe der Tod”. Und spätestens als der 35-Jährige bei “Im Ascheregen” die Zuschauer zum Hüpfen auffordert, gibt es auf den Rängen der Westfalenhalle kein Halten mehr.

Es folgen Hits wie “Auf und davon” und “Lass sie gehen”. Und zu jeder Menge Lightshow, Rap-Beats und Gitarrensound ist der Rapper ständig in Bewegung, ohne dabei aus der Puste zu kommen. Casper klingt live wie auf CD, nur noch besser. “Habt ihr Bock heute Abend?”, fragt er. Als Antwort gibt es ein lautes “Jaaaa” aus dem Publikum.

Schwebte förmlich über Dortmund: Casper bei seinem Auftritt in der Westfalenhalle. Foto: Lisa Krispin/Dortmund24

Ansonsten erzählt der Musiker, der gebürtig aus Lemgo in der Nähe von Bielefeld kommt, keine großen Geschichten auf der Bühne. Man merkt, der Mann ist hier, um seine Musik zu spielen.

Casper performt von Schwebebühne in luftiger Höhe

Als der Rapper “Sirenen” und “Letzte Gang der Stadt” von einer kleinen Schwebebühne in luftiger Höhe performt, sind die Fans völlig aus dem Häuschen. “Ihr seid laut, das ist sehr schön. Und ihr seid sehr wild”, stellt Casper fest, als er wieder festen Boden unter den Füßen hat. Wie gut das Publikum drauf ist, zeigt sich auch bei dem Song “Hinterland”. Mit “Ohhheehhohhh”-Gesängen begleiten die Fans Casper zu Beginn und zum Ende des Liedes.

Etwas ruhiger geht es beim “Grizzly Lied”, “Michael X” und “Der Druck steigt” zu. Tut aber auch mal gut, nach so viel geballter Power. Dann wird es dunkel, Casper verschwindet von der Bühne. Und taucht nach kurzer Zeit unerwartet auf einer kleinen Bühne mitten in der Zuschauermenge wieder auf – Überraschung gelungen!

Ein Bad in der Menschenmenge gefällig? Casper tauchte bei seiner Zugabe im Innenraum auf. Foto: Lisa Krispin/Dortmund24

Es folgen Hits wie “Blut sehen” und “Mittelfinger hoch”. Hierzu möchte der Rapper alle Mittelfinger oben sehen und das lässt sich das Publikum nicht zweimal sagen: Ein einprägendes Bild, als Tausende Mittelfinger gegen „Rassismus, Faschismus und Sexismus“ in der Westfalenhalle zu sehen sind.

„Keine Angst“ mit Gast-Sänger Drangsal

Nach “Lang lebe der Tod” und 90 Minuten Durchpowern gibt der Musiker eine Zugabe, die es in sich hat. Mit im Gepäck hat er den Sänger Drangsal. Zusammen performen sie “Keine Angst”. Und bei “Jambalaya” dreht das Publikum, auch auf den Rängen, noch einmal so richtig durch.

Als letztes Lied spielt Casper “Flackern, Flimmern” und verabschiedet sich damit von einem begeisterten Dortmunder Publikum, dass den Musiker nach knapp zwei Stunden geballter Live-Musik schweren Herzens gehen lässt.

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