Donnerstag, 19. Oktober 2017

Wusstet ihr, dass es unter der Westfalenhalle mal ein renommiertes Bunkerhotel gab? Oder dass in Dortmund einmal ein Menschenversuch in einem Atombunker stattfand? Das und viel mehr verrät das neue Buch “Dunkle Geschichten aus Dortmund”. Die Autorin Katrin Pinetzki hat alle Geschichten selbst erlebt oder recherchiert. Nicht ist erfunden, auch wenn es manchmal so klingt.

Dortmund24: Warum schreiben Sie über das düstere und nicht das sonnige Dortmund?

Katrin Pinetzki: Zu dunkel gehören ja nicht nur schaurige oder düstere Sachen, sondern auch Nachtleben oder Untergrund. Es geht mehr um die verborgene, versteckte, geheimnisvolle Seite. Das kann man ja auch positiv sehen.

Wie sind Sie zu den Orten unter der Erde und an die Schauergeschichten gekommen?

Dadurch dass ich schon so lange in Dortmund wohne, arbeite und schreibe, war ich schon an vielen Orten, auch an welchen, die nicht jedem zugänglich sind. In der Pressestelle (Anmerkung der Redaktion: Katrin Pinetzki arbeitet als Pressesprecherin der Stadt Dortmund) müssen wir auch Drehs begleiten. Das war in dem Fall bei der Kanalisation und beim Hotelbunker unter der Westfalenhalle. Das sind beides Orte, die auf besondere Anfrage grundsätzlich zugänglich sind. Sonst war das meistens Urlaubs-, Wochenend- und Feiertags-Arbeit.

Buch Katrin Pinetzki Dunkle Geschichten aus Dortmund
Foto: Katrin Pinetzki

Dann ist die Arbeit als Pressesprecherin der Stadt ja ganz spannend, oder?

Das sind schon die Highlights aus der Arbeit. Sonst bewege ich mich eigentlich immer in den gleichen Institutionen. Ich bin für die Kultur zuständig und deswegen ganz viel im Dortmunder U, in Museen und in der Bücherei.

Was ist Ihre persönliche Lieblingsgeschichte von den 14?

Am spannendsten fand ich persönlich “6 Tage im Juni: Als der Kalte Krieg in Dortmund ankam”. Das ist die Geschichte über den Bunker an der Sonnenallee, der im Zweiten Weltkrieg gebaut wurde und dann im Kalten Krieg in den 60er Jahren zu einem Atomschutzbunker umgebaut wurde. Das sollte so ein Modell für ganz Deutschland sein. Es gab einen spannenden Belegungsversuch, als 100 Leute einige Tage im Bunker ausharren mussten. Ein richtiger Menschenversuch. Danach hat man gesagt: Kein Atombunker mehr für Deutschland.”

Buch Katrin Pinetzki Dunkle Geschichten aus Dortmund
Foto: Katrin Pinetzki

Aber ich glaube, am meisten Spaß gemacht hat mir, den blinden Fan Conny Dietz vom BVB-Fanclub “Blind Date” ins Stadion zu begleiten. Das war total irre. Ich habe nichts mit Fußball am Hut. Conny Dietz ist zwar an meinem Arm gegangen, aber in Wirklichkeit hat sie mich zum BVB begleitet, weil sie sich da auskennt wie in ihrem Wohnzimmer.

Buch Katrin Pinetzki Dunkle Geschichten aus Dortmund
Foto: Katrin Pinetzki

Hinter welcher Geschichte steckt das schlimmste Erlebnis?

Hinter der Geschichte mit der Kanalisation. Obwohl es nicht so schlimm war wie befürchtet. Wenn man sich vorstellt, man geht mit seinen Gummistiefeln tatsächlich durch die Fäkalien, die da eingeleitet werden. Ich hatte es mir noch ekliger vorgestellt. Aber es war schon ausreichend eklig.

Buch Katrin Pinetzki Dunkle Geschichten aus Dortmund
Foto: Katrin Pinetzki

Bekommen wir demnächst noch mehr Dortmund-Geschichten von Ihnen zu hören?

Ja, ich sitze schon wieder am nächsten Buch. Das wird aber ein Bildband mit nur ganz wenig Text werden.

Das Buch “Dunkle Geschichten aus Dortmund” von Katrin Pinetzki ist im Wartberg Verlag erschienen und kostet 11,90 Euro. Wenn ihr noch eine Kostprobe haben wollt: Am 18. Oktober um 20.15 Uhr liest Katrin Pinetzki in der Mayerschen Buchhandlung am Westenhellweg aus ihrem Buch. Zu den Tickets geht es hier.

Kommentare

Anzeige