Donnerstag, 14. Dezember 2017

Mehr Dortmunder fanden diesen Herbst einen Job. Die Arbeitslosenquote sank auf 10,4 Prozent. Zurückzuführen sind die guten Werte auf die Jahreszeit und die Niederlassung des neuen Logistikzentrums von Amazon auf der Westfalenhütte. Im Landesvergleich liegt Dortmund trotz der positiven Veränderung weiter über dem Durchschnitt.

Rund 2.700 Arbeitslose aus Dortmund unterzeichneten im November einen Arbeitsvertrag. Vor allem Fachkräfte werden dringend benötigt. Aus diesem Grund haben qualifizierte Erwerbslose aktuell gute Chancen. Zusätzlich spielen jahreszeitliche Faktoren eine Rolle.

Raus aus der Arbeitslosigkeit und rein in die Erwerbstätigkeit. Die Arbeitsagentur verzeichnete im November so wenige Arbeitslose wie noch nie. Foto: Oliver Berg

Der November ist gut zum Jobben

Im Herbst ist für viele Betriebe Ausbildungsbeginn. Außerdem beginnt das neue Semester an den Hochschulen. Martina Würker, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund setzt diese Tatsachen in Verbindung mit den positiven Arbeitslosenzahlen: “Viele haben jetzt mit einer Ausbildung angefangen, ein Studium begonnen oder sind als Absolventen einer dualen Berufsausbildung im Zuge der Herbstbelebung in Arbeit gekommen“. Aber nicht nur dies spielt in die positive Entwicklung des Arbeitsmarktes rein.

Es gibt noch mehr Gründe, die die Zahlen sinken lassen: “Das Weihnachtsgeschäft und das Wachstum in der Logistikbranche sind deutlich spürbar. Besonders für Ungelernte und gering qualifizierte Arbeitnehmer bietet dieser Bereich gute Beschäftigungsmöglichkeiten”, weiß Frank Neukirchen-Füsers, der Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund.

Mit Amazon kamen auch die Jobs nach Dortmund. Vor allem Geringqualifizierten boten sich dadurch berufliche Perspektiven. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Insgesamt hatten im November 2.643 junge Dortmunder keinen Job. Das sind 365 weniger als noch vor einem Jahr. Die Arbeitsagentur begründet diese Entwicklung mit der guten Lage des Dortmunder Jobmarktes. So würden momentan vor allem viele junge Fachkräfte gesucht werden. Aber auch der neue Amazonstandort dürfte ein Grund sein. Immerhin werden in der Logistikbranche gerne geringfügig Beschäftigte im Schichtdienst eingestellt.

Darum gibt es im Sommer mehr Arbeitslose

In den warmen Monaten werden höhere Arbeitslosenzahlen verzeichnet, weil vor allem viele junge Menschen als arbeitssuchend gemeldet sind. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Zum einen beenden viele Jugendliche im Sommer ihre Schulausbildung. Die müssen sich zunächst als arbeitslos melden, weil ihr Studium oder ihre Ausbildung erst später beginnt. Zum anderen sind im Sommer oft Auszubildende mit ihrer Lehre fertig und werden von den Betrieben nicht übernommen. Zusätzlich können Ferienzeiten eine Ursache dafür sein, dass junge Leute nach Ausbildungsende noch nicht eingestellt werden.

Dortmund liegt trotzdem weit über Durchschnitt

32.105 Arbeitslose zählte die Stadt Dortmund insgesamt. “Ein historisches Tief”, lässt die Arbeitsagentur verlauten. Doch auch sonst läuft es gut in Deutschland, was die Arbeitslosenzahlen angeht. Landesweit hatten 2,368 Millionen Menschen im November keine Beschäftigung. In anderen Zahlen: 5,3 Prozent. Dortmund liegt somit deutlich über dem nationalen Durchschnitt.

Auch auf Bundesländerebene sieht es nicht anders aus. In Nordrhein-Westfalen waren im November 7 Prozent der Bürger ohne Arbeit (Quelle: Statista). Dortmund liegt mit 3,4 Prozentpunkten deutlich darüber. Im direkten Vergleich mit den Nachbarstädten im Ruhrgebiet, sticht Dortmund allerdings weder negativ, noch positiv heraus. In Essen suchten 32.258 Einwohner einen Job, in Bochum waren es 26.536 Menschen (Quelle: Arbeitsagentur).

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