Freitag, 22. September 2017

Am Montagmorgen kam in vielen Teilen des Ruhrgebiets der Bahnverkehr zum Erliegen. Auch auf einer Strecke nach Dortmund gab es Probleme. Der Grund: Vandalismus. So hieß es zumindest zunächst bei der Deutschen Bahn. Inzwischen vermutet man Extremisten hinter den Taten, die in ganz Deutschland ausgeübt wurden.

Dortmund – Unbekannte haben in der Nacht zu Montag (19. Juni) in mehreren Bundesländern Feuer in Bahnanlagen gelegt. Auch rund um Dortmund kam es  zu Verspätungen und Zugausfällen. Im Bereich “Dünnebecke” im Dortmunder Westen habe es laut Bundespolizeisprecher Volker Stall an einem Kabelschacht gebrannt. Die Feuerwehr sei in der Nacht gegen 3.15 Uhr ausgerückt. Gefahr habe für Bahnnutzer aber nicht bestanden.

Nach den Tätern wurde im Nahbereich gefahndet, die Polizei konnte bislang aber niemanden festnehmen. Obwohl solche Fälle von Vandalismus häufiger vorkommen, geht man in diesem Vorfall von einer verabredeten und bundesweiten Aktion aus. Dahinter könnten politische Extremisten stecken. Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Polizei in den Ländern nahm die Ermittlungen auf. Ein mögliches Bekennerschreiben aus der linksextremistischen Szene wurde geprüft.

Zwölf Anschläge in ganz Deutschland

Nicht nur Dortmund war von dem Vandalismus betroffen. In der Nacht zum Montag wurden nach bisherigen Ermittlungen laut Bundespolizei zwölf Anschläge in ganz Deutschland verübt sowie zwei verhindert. Betroffen waren auch Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig und Bad Bevensen in Niedersachsen. Ziel waren vor allem Kabel an Bahnstrecken. Menschen wurden nicht verletzt.

Auf der Internetplattform “linksunten.indymedia.org” tauchte ein mögliches Bekennerschreiben auf. Ein Sprecher der Berliner Polizei sagte, das Schreiben sei bekannt und werde geprüft. Aus Sicherheitskreisen hieß es, das mutmaßliche Bekennerschreiben passe ins “Raster”. Es sei aber noch unklar, ob es authentisch sei. Indymedia versteht sich als offene Plattform zur freien Verbreitung von Informationen. In der Vergangenheit waren dort im Zusammenhang mit Bekennerschreiben zu Straftaten auch Fälschungen aufgetaucht.

Linke Proteste gegen G20-Gipfel?

Generell sei ein Zusammenhang zwischen den Angriffen und linken Protesten gegen den G20-Gipfel möglich, hieß es aus den Sicherheitskreisen. “Angriffe auf die Infrastruktur passen ins Muster linksextremistischer Mobilisierung vor dem G20-Gipfel.”

Hintergrund möglicher Anschläge ist der G20-Gipfel, der in drei Wochen in Hamburg stattfindet. Am 7. und 8. Juli treffen sich dort Staats- und Regierungschefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern sowie Vertreter der EU. Mit dabei: US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin. Nach Einschätzung des Operativen Abwehrzentrums (OAZ) der sächsischen Polizei haben die Vorfälle möglicherweise einen Bezug zum G20-Gipfel. (mit dpa-Material)

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