Freitag, 20. Juli 2018

UPDATE, 28. Dezember, 15 Uhr

Der mutmaßliche Attentäter von Berlin, Anis Amri, soll ständigen Zugang zu einer Moschee in Dortmund gehabt haben. Im Ruhrgebiet soll Amri sehr gut vernetzt gewesen sein. Auch ein Vertreter von drei Dortmunder Moscheen meldet sich jetzt zu Wort.


Dortmund / Düsseldorf (dpa/lnw) – Der mutmaßliche Berliner Attentäter Anis Amri war nach WDR-Recherchen im Ruhrgebiet deutlich besser vernetzt als bislang angenommen. Nach Recherchen des Senders besuchte der in Mailand erschossene Tunesier während seiner Zeit in NRW ein Dutzend Moscheen im Ruhrgebiet.

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Anis Amri, der mutmaßliche Attentäter von Berlin. Foto: dpa

Er soll zudem sehr gute Kontakte nach Dortmund gehabt und einen Schlüssel zu einer Moschee besessen haben, in der er übernachtete. Seit Ende 2015 sei er regelmäßig zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet gependelt.

Nachdem der WDR die Kontakte zu Dortmunder Moscheen bekannt gab, meldete sich auch der Vorsitzende von drei Dortmunder Moscheen zu Wort. Er bestreitet, je etwas mit mutmaßlichen Attentäter zu tun gehabt zu haben, heißt es beim WDR. Alle Vertreter der Moscheen betonen, dass sie den Anschlag in Berlin auf das Schärfste verurteilen.

Einsatz in Dortmund

Amri soll verantwortlich sein für den Anschlag mit zwölf Toten auf einem Berliner Weihnachtsmarkt. Am 23. Dezember war er auf der Flucht bei einer Polizeikontrolle in Italien erschossen worden. Nach dem Anschlag hatte die Polizei unter anderem eine Flüchtlingsunterkunft in Emmerich durchsucht, einen weiteren Einsatz gab es in Dortmund.

Italienische Polizeibeamte sichern am 23.12.2016 in Mailand Spuren, nachdem der europaweit gesuchte mutmaßliche Attentäter von Berlin, Anis Amri, bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet wurde. Bei einem Anschlag mit einem Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin waren mindestens zwölf Menschen getötet und rund 50 verletzt worden. Foto: Daniele Bennati/B&V/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
In Mailand wurde der mutmaßliche Berlin-Attentäter erschossen. Foto: dpa

Der Tunesier war nach Angaben von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) 2015 nach Deutschland eingereist, er hatte nach seinem Aufenthalt in NRW seit Februar 2016 überwiegend in Berlin gelebt. Die Opposition im NRW-Landtag wirft den Behörden schwere Fehler bei der Überwachung des als Gefährder eingestuften Tunesiers in Nordrhein-Westfalen vor.

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