Freitag, 20. Juli 2018

Dieser Artikel ist in bezahlter Kooperation mit dem Medienhaus Lensing entstanden.

Wanderfreunde aufgepasst! Der Verlag Lensing-Wolff bringt seit Mai ein neues Wandermagazin auf den Zeitschriften-Markt. In „Wald und weg“ dreht sich alles ums Wandern in Dortmund und im Kreis Unna – inklusive Streckeninfos zu den Wandertouren und Ausflugtipps. 


Aus der ersten Ausgabe von „Wald und weg“ möchten wir euch eine der insgesamt 16 Wandertouren vorstellen. Der Text stammt von Matthias Langrock und wurde stellenweise gekürzt. Viel Spaß beim Lesen!

Abenteuer, Berge, Bäche

Rundwanderung von Aplerbeck durch den Aplerbecker, Schwerter und Berghofer Wald Richtung Phoenix-See – und entlang der Emscher wieder zurück.

Von Matthias Langrock

Wir wandern durch den Aplerbecker Wald, keine vier Kilometer vom Ortskern entfernt. Von der Stadt, von Häusern, von Verkehr ist weit und breit nichts zu sehen und zu hören. Wir sind im Grünen. „Man wohnt in Dortmund und glaubt, im Sauerland zu sein“, sagt Gerd Schramm. Der 74-Jährige ist heute unser Wanderführer auf der Tour von Aplerbeck-Mitte durch den Aplerbecker und den Schwerter Wald, über den Freischütz, am Phoenix-See vorbei und über Schüren zurück nach Aplerbeck. Eine Strecke, die leicht, grün und sehr gut erreichbar ist – und dazu weder zu kurz noch zu lang. Kurz: eine Wanderung, ideal für alle, die gerne einen schönen Tag im Grünen verbringen, sich etwas bewegen, aber nicht zu sehr anstrengen möchten.

Für die Wanderer des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) Dortmund-Aplerbeck, die sich mit mir an diesem Samstag auf den Weg machen, ist die Strecke Routine. Praktisch jedes Wochenende wandern Rosi Wohlfahrt, Karin Schneider, Klaus Credo, Michael Penzel sowie Margret und ihr Ehemann Gerd Schramm durchs Ruhrgebiet oder Sauerland. […]

Leicht, grün und gut erreichbar

Ihren ersten Vorteil offenbart die Route schon vor dem Start: Der Ausgangspunkt mitten im Aplerbecker Ortskern an der Ecke Köln-Berliner-Straße/Marsbruchstraße ist vom Dortmunder Hauptbahnhof und aus anderen Ecken der Stadt wunderbar mit Bussen oder Bahnen zu erreichen. Die U 47 endet direkt vor Ort, vom Regionalbahn-Halt Aplerbeck sind es gerade ein paar wenige Minuten zu Fuß.

Ein paar wenige Minuten dauert es auch nur, bis wir an der Ruinenstraße vor der ersten und ältesten Attraktion unseres Spaziergangs stehen, die zugleich das älteste Gebäude Aplerbecks ist: die Georgskirche. 1147 ist sie gebaut worden – erstmals gebaut worden, muss man sagen, denn wie so viele Bauwerke aus dem Mittelalter hat sie eine wechselvolle Geschichte erlebt. Spätestens 1577 hatte sich in Dortmund die Reformation durchgesetzt, die Georgskirche wurde evangelisch. Lange Zeit wurde sie aber von Angehörigen beider Konfessionen genutzt. Ihren Niedergang erlebte die Kirche im späten 19. Jahrhundert. Nachdem die Einwohnerzahl von Aplerbeck im Zuge der Industrialisierung gestiegen war, wurde die Georgskirche schlicht zu klein. Der Turm wurde nach einem Blitzeinschlag 1872 nicht wieder hergestellt. „Das Material wurde in anderen Häusern verbaut“, erzählt unser Wanderführer. „Deshalb heißt die Straße auch Ruinenstraße, früher hieß sie Königstraße.“ Erst Anfang der 1960er-Jahre wurde die Georgskirche umfassend renoviert, ihre Außenansicht erhielt sie sogar erst im Jahr 1979 zurück.

Die Wandergruppe rund um Wanderführer Gerd Schramm (2. v. Links). Foto: Lensing-Wolff

Für Gerd Schramm geht das Wandern erst richtig los, wenn Wälder und Felder erreicht sind. Gerne darf es hoch und runter gehen. Pfade wie im Gebirge sind sein Favorit. Die Alpen mag er so sehr, dass er einst nur ihretwegen aus dem Ruhrgebiet nach Oberbayern gezogen ist. Das ist Jahrzehnte her, längst lebt Schramm wieder im Ruhrgebiet – und von Bergen ist auf unserer Tour wenig zu sehen.

Anfangs bewegen wir uns kurz auf dem Emscher-Weg, biegen in die Abteistraße ein, verlassen sie auch bald wieder und spazieren durch die Kleingartenanlage „Fröhliche Morgensonne“, um dann wieder auf die Abteistraße zurückzukehren. An der Schlagbaumstraße überqueren wir die Bahnlinie und passieren kurz darauf den Aplerbecker Bezirksfriedhof. Zwei Kilometer sind wir bis jetzt gelaufen. Da wären Freizeitjogger keine Viertelstunde unterwegs. Wir sind schon an die 35 Minuten gegangen. Wegen der Fotopause an der Georgskirche – und wegen unseres ruhigen Tempos. Am Ende der Wanderung wird die Uhr eine Durchschnittsgeschwindigkeit von gerade einmal 3,2 Kilometern in der Stunde anzeigen. Aber wir sind ja auch nicht zum Rennen verabredet.

Die SGV-Wanderer sind besser ausgerüstet als ich. Richtige Wanderschuhe habe ich nicht angezogen. Sie wären auf dieser Tour auch nicht nötig. Aber etwas mehr als einen Apfel hätte ich schon als Proviant einpacken sollen. […]

Zurück zur Strecke: Sind wir bis zum Bezirksfriedhof noch an Häusern vorbeigekommen, wird es von jetzt an richtig grün. Jenseits der Schwerter Straße erreichen wir den Aplerbecker Wald. Eine Stunde ist vorbei, Zeit für die erste Pause, die Bananenpause. „Die heißt so, weil früher immer einer Bananen dabei hatte“, erklärt Michael Penzel, Pressewart und mit seinen 57 Jahren der Jüngste in der SGV-Wandererriege. Weder er noch einer der 66 bis 74 Jahre alten Mitwanderer braucht die Pause, aber die Gemütlichkeit gehört dazu. Bananen isst heute niemand. Es gibt Äpfel und Müsli-Riegel. Nach der Bananenpause folgen wir einer weißen Raute, bevor wir am Gut Ostberge erneut den Weg wechseln und uns nun auf einer Route bewegen, die mit weißem Andreaskreuz und darunter liegendem W gekennzeichnet ist – und mit vielen anderen Symbolen zusätzlich.

Fachwerkhäuser und viel Grün auf der Wandertour durch Aplerbeck und Umgebung. Foto Oliver Schaper

Nach insgesamt knapp vier Kilometern erreichen wir nahe der Straße Hüsingheide einen der schönsten und höchsten Punkte unserer heutigen Tour. Eine Bank, direkt am Feldrand. Nach links geht der Blick auf Gut Ostberge, nach vorne über das Feld an guten Tagen bis ins Sauerland. „Diese Bank habe ich sehr gerne“, sagt Gerd Schramm. Für eine kurze Strecke verlassen wir hier den offiziellen Weg. „Der geht dahinten lang. Aber dieser hier ist viel schöner“, erzählt unser Wanderführer und führt uns auf einem Waldweg ein Stück den Berg hinunter. Zur Beruhigung für den Nach-Wanderer: Schon nach wenigen Hundert Metern kehren wir auf den markierten Pfad zurück. „Hier stand mal das Ausflugslokal Mutter Möller“, erzählt Schramm. Doch „Mutter Möller“ gibt es nicht mehr. An sie erinnert nur noch der nach ihr benannte Waldweg.[…]

Zwischenzeitlich haben wir die Aplerbecker Mark verlassen und die Stadtgrenze zu Schwerte überschritten. Oberhalb von Schwerterheide stehend, genießen wir den Blick ins Ruhrtal. Von der nahen A 1 hören und sehen wir nichts. Nach Schwerte hinein führt unser Weg nicht. Wir biegen in westliche Richtung ab, zunächst ein paar Meter hinunter in den Wald, an Indischem Springkraut und schließlich am „Blauen See“ vorbei. Schließlich geht es ein Stück bergauf. Die B 236 überqueren wir auf einer Brücke, die im Volksmund „Passstraße“ heißt, wie Gerd Schramm mir erzählt. Tatsächlich hat sie für uns etwas von einem Pass, höher werden wir heute nicht mehr kommen.

Dafür haben wir nach sechs Kilometern ein Lokal erreicht, das nicht geschlossen ist: den „Freischütz“. Ein riesiges Gelände mit Restaurant, großem Biergarten, Minigolfanlage, dem „Kinder-Paradies“ und angeschlossenem Kletterpark. Der perfekte Ort für eine Mittagspause. Die legen auch wir ein, aber nicht im „Freischütz“. Es ist Tradition der SGV-Wanderer, erst am Ende des Wandertags einzukehren.[…]

Auch am Freischütz führt die Wanderroute vorbei. Foto: Oliver Schaper

Beim „Freischütz“ treffen wir einen alten Freund wieder: die Markierung „weiße Raute auf schwarzem Grund“. Ihr folgen wir die letzten rund acht Kilometer bis zum Ziel. Doch so weit sind wir noch lange nicht. Der Schwerter Wald nordwestlich des „Freischütz“ ist eine Empfehlung. Eine Tafel informiert über Dolf Mohr, den „deutschen Robin Hood“, der hier und im angrenzenden Höchsten Mitte des 19. Jahrhunderts an einigen Überfällen beteiligt war.

Doch es braucht keine Attraktionen, um das Grün toll zu finden. „Ich liebe diesen Wald. Der hat alles, was man braucht. Ein bisschen Abenteuer, Berge, Bäche“, sagt Gerd Schramm und schwärmt von Spaziergängen mit seinem Enkelkind. Wir wandern den Lohbach entlang, verharren an einem Mahnmal für Weltkriegs-Gefallene. Einer der neun Namen, „C. Wilmsmann“, erregt Aufmerksamkeit. Wilmsmann sei eine alte Bauersfamilie aus Berghofen, erzählt Karin Schneider und weist auf Nachfahrin Gesa Wilmsmann hin, die als Holzbildhauerin aktiv ist. Nach rund drei Stunden Wanderung überqueren wir die Wittbräucker Straße, bis wir von Süden kommend wieder auf bewohntes Gebiet stoßen: Dortmund-Berghofen.

Entlang der Emscher geht es in Richtung Schüren. Foto: Matthias Langrock

Emscher wie ein großer Bach

9,5 Kilometer haben wir bislang zurückgelegt. In Berghofen kommen wir an der Kreuzkirche vorbei, überqueren die Berghofer Straße und nähern uns über den Blausielweg von Südosten dem Phoenix-See. An den See selbst führt unsere Route nicht. Entlang der Emscher geht es Richtung Schüren. Über die Emscher hätte man vor Jahren noch viele Worte verlieren müssen. Mittlerweile erscheint es selbstverständlich, dass der Fluss hier renaturiert ist und wie ein größerer Bach durch die Landschaft fließt.

Aber nicht nur an der Emscher und am ­Phoenix-See ist der Strukturwandel abzulesen. Wir bewegen uns auf einer alten Zechentrasse, auf der früher die Kohle aus der Aplerbecker Zeche zur Hermannshütte transportiert wurde. „Die Zeche lag etwa dort, wo heute das Altenheim St. Ewaldi steht“, erzählt Gerd Schramm. So sind wir zu guter Letzt noch auf den Spuren des Bergbaus gewandelt.

Unsere schöne Route durch den Dortmunder Südosten geht langsam zu Ende. Gefallen hat sie jedem. Allerdings: „Wandern ohne Berge ist wie eine Suppe ohne Salz“, sagt Gerd Schramm. Einen Höhepunkt hat er sich für den Abschluss aufbewahrt […] …

Na, was mag das wohl gewesen sein? Wenn ihr erfahren wollt, mit welchem Höhepunkt die Gruppe ihre Wandertour abgeschlossen hat und wie lange die Wanderung am Ende gedauert hat, dann legt euch doch einfach die erste Ausgabe der „Wald und weg“ zu. Für 8,90 Euro erhaltet ihr das Magazin im Service Center der Ruhr Nachrichten, Silberstr. 21, 44137 Dortmund und in allen Geschäftsstellen und Redaktionen der Ruhr Nachrichten.

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